POLITIK
20/02/2015 15:23 CET | Aktualisiert 21/02/2015 04:00 CET

CDU-Politiker Jens Spahn über den Islam: "Wir haben auch Antisemitismus importiert"

Getty

Die islamkritische Pegida-Bewegung hat Deutschland polarisiert. Seitdem Menschenmassen in organisierten Protestzügen durch die Straßen ziehen, um gegen eine angebliche Islamisierung des Abendlandes zu demonstrieren, hat man das Gefühl, dass die kritische Stimmung und die Feindlichkeiten gegen Ausländer wieder zugenommen haben hierzulande.

Schlimmer noch: Sie werden offen ausgelebt. Bislang hat es die Politik nicht vermocht, dieser Stimmung entgegen zu wirken. Vielleicht auch, weil sie selbst keinen klaren Kurs hat, wie sie mit dem Islam umgehen soll. Das zeigt die schwelende Debatte um den Satz des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff: „Der Islam gehört auch zu Deutschland“.

„Geh und such dir ein anderes Land"

In diese Kerbe stößt jetzt CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn, der seine Partei im „Spiegel“-Interview zu einer deutlicheren Auseinandersetzung mit dem Islam aufgefordert hat und dabei eine schroffe Wortwahl wählte.

„Wir haben auch Antisemitismus importiert", sagte Spahn dem Magazin mit Blick auf die zunehmenden Anfeindungen auf offener Straße.

„Wenn ich mit meinem Freund durch Berlin gehe, muss ich mir auf einmal wieder dumme Sprüche anhören, weil ich schwul bin. Mädchen sollen nicht am gemeinsamen Schwimmunterricht teilnehmen dürfen. Und auf deutschen Straßen hören wir wieder Sprüche wie 'Juden ins Gas' – und die kommen nicht nur von Neonazis.”

Spahn richtete eine unmissverständliche Botschaft an all diejenigen, die keine Bereitschaft zeigten, sich in Deutschland zu integrieren. Dem „Spiegel“ sagte er:

„Wer unsere offene Gesellschaft für verdorben und verweichlicht hält oder wer in einem Gottesstaat leben will, dem kann ich einfach nur sagen: Geh und such dir ein anderes Land."

Mit seiner Islamkritik steht Spahn nicht alleine da. Vor kurzem hatte der frühere Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky den Satz „Der Islam gehört auch zu Deutschland“ als „falsch” und Blödsinn“ bezeichnet.

Buschkowsky warnte vor dem Eindringen von Islam-Communities in Städten. Bezogen auf die Rolle von Mädchen und Frauen sagte Buschkowsky dem „Stern“:

„Man fordert sie auf, keine Kleidung der Nichtmusliminnen zu tragen, Hosen wie die Männer. Keine Kleidung, bei der man mehr sieht als Gesicht und Hände. Auch in der Begegnung der Menschen spielt plötzlich eine Rolle, warum die Tochter kein Kopftuch trägt, welche Moschee jemand besucht und dass die Tochter vom Turnen, Schwimmen, Biologieunterricht und der Klassenfahrt ferngehalten werden soll."


Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite


Video: Offizielle Statistik: Warum die Islamisierung Deutschlands ein Märchen ist


Video: Unterhaltsam und aufschlussreich: Diese Grafiken lassen Pegida ziemlich blöd aussehen