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09/02/2015 06:18 CET | Aktualisiert 09/02/2015 06:20 CET

„Wir fangen wieder ganz von vorne an" – Pegida-Gründerin Oertel floppt mit neuer Bewegung

Ehemalige Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel
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Ehemalige Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel

„Rechts von der CDU“ verorten die ehemaligen Pegida-Organisatoren um Sprecherin Kathrin Oertel ihre neue Bewegung "Direkte Demokratie für Europa" (DDFE).

"Wir verstehen uns als Sprachrohr des Volkes", sagte Oertel über ihre DDFE. Doch das Volk scheint ihr noch nicht so recht folgen zu wollen. Bei der ersten Kundgebung vor der Frauenkirche in Dresden erschienen, trotz der angekündigten 5000 Anhänger, laut Polizei nur etwa 500 Menschen. Ein Flop.

Trotzdem: Oertel kündigte an, aus einer Protestbewegung eine Reformbewegung machen zu wollen. Zuvor ging sie deutlich auf Distanz zu den früheren Pegida-Mitstreitern um Cheforganisator Lutz Bachmann. Sie bedauerte, dass Anhänger der rechtsextremen NPD durch die Veranstaltungen von Pegida - der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes - eine Plattform erhalten hätten.

Oertel: "Wir fangen wieder ganz von vorne an"

Sie sei auch von jenen enttäuscht, die auf Pegida-Demos "Lügenpresse" skandierten, sagte Oertel. "Wir fangen wieder ganz von vorne an."

Sie stellte einen sieben Punkte umfassenden Forderungskatalog vor. Dabei geht es unter anderem um Meinungsfreiheit, innere Sicherheit, ein Einwanderungsgesetz und Asyl. Von Islamisierung ist keine Rede mehr. Der neue Verein möchte alle zwei Wochen auf die Straße gehen und die Anhänger über den geeigneten Tag abstimmen lassen. Nur der Montag ist tabu - der solle Pegida-Tag bleiben, hieß es.

Pegida will an diesem Montag seine wegen der Spaltung unterbrochenen Kundgebungen wieder aufnehmen. Mit Spannung wird erwartet, welcher Teil der Bewegung mehr Leute auf die Straße bringt. Beobachter befürchten nach dem Rückzug der Pegida-Aussteiger um Oertel einen Rechtsruck.

mit dpa

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