POLITIK
20/01/2015 01:29 CET | Aktualisiert 20/01/2015 06:03 CET

Heinz Buschkowsky: Kritiker von Migranten und Einwanderern geht auf Pegida los

Der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky meldet sich seit Jahren immer wieder mit streitbaren Thesen zu Integration und Migranten zu Wort. Trotzdem geht er klar auf Distanz zur Pegida-Bewegung, auch wenn er Islamkritik als freie Meinungsäußerung verteidigt.

Seit über 14 Jahren ist Heinz Buschkowsky nun Bürgermeister von Neukölln, einem multikulturell geprägten Berliner Bezirk. Immer wieder meldet sich der SPD-Politiker seither mit oft in Deutschland zu Wort.

So warnt er beispielsweise Parallelgesellschaften in den Großstädten, die eine unaufgeklärte und undemokratische Kultur leben, und Einwanderung in die Sozialsysteme. Auf den ersten Blick also vieles, was auch die Pegida-Bewegung derzeit auf ihren montäglichen Demonstrationen anspricht.

"Bin weder der Mentor noch der Kronzeuge"

Bei ihrem Auftritt in der Talkshow „Günther Jauch“ bezog die Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel sich sogar direkt auf Buschkowskys Standpunkte. Doch der wehrt sich nun in einem Gastbeitrag in „Bild“. Dort schreibt Buschkowsky: „Ich bin weder der Mentor noch der Kronzeuge von Pegida.“

Zwar müsse laut Buschkowsky eine Islam- beziehungsweise Islamismus-kritische Haltung als Teil der Meinungsfreiheit erlaubt sein, doch mit den Pegida-Demonstranten möchte er sich nicht gemein machen. Der Grund: „Wenn in den Reihen von Pegida – wie in Berlin – die NPD marschiert, so bin ich ihr Gegner.“

Ohnehin seien Asyl- und Integrationspolitik für ihn verschiedene Dinge. Er wolle eine tatkräftige Integrationspolitik und "eine beherztere, aber auch teurere Bildungspolitik". Solche Standpunkte habe er von Pegida bisher nicht gehört.

Buschkowsky: Pauschale Kritik ist unprofessionell

Dennoch warnt Buschkowsky vor zu allgemeinen Urteilen über Pegida: „Menschen, die sich friedlich und gewaltfrei versammeln, um ihre Meinung kundzutun, pauschal als Neonazis und Schande für Deutschland abzuqualifizieren, ist für mich unprofessionell.“

maboh/FOL

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