POLITIK
14/01/2015 01:46 CET | Aktualisiert 15/01/2015 02:54 CET

Dresden: Flüchtling nach Pegida-Demo tot vor seiner Haustür gefunden – gibt es einen Zusammenhang?

dpa

Was ist passiert mit Khaled Idris Bahray, einem 20 Jahre alten Flüchtling aus Eritrea?

Anwohner hätten ihn am Dienstagmorgen im Dresdner Stadttei Leubnitz-Neuostra tot vor seiner Haustür gefunden, berichtet die "Sächsische Zeitung". "Die Todesursache ist noch unklar", sagte Polizeisprecher Marko Laske demnach.

Klarheit solle eine Obduktion des Leichnams im Laufe dieser Woche ergeben. "Nach bisherigen Ermittlungen schließen wir eine Fremdeinwirkung Dritter aus."

In sozialen Netzwerken und Blogs gibt es aber andere Schilderungen und Mutmaßungen, wie etwa in diesem Facebook-Post eines Mitarbeiters der Heinrich Böll Stiftung:

Die Freunde von Khaled Idris gingen von gewaltsamer Tötung aus, heißt es dort, weil sie seine Leiche "blutüberströmt und mit sichtbaren Verletzungen" vorgefunden hätten.

Khaled Idris habe am Montag gegen 20 Uhr seine Unterkunft verlassen, um einzukaufen. Er sei nicht mehr zurückgekehrt.

Idris' Mitbewohner seien aus Angst vor der an diesem Abend stattfindenden Pegida-Demonstration nicht aus der Wohnung gegangen, heißt es auch. Demonstranten hätten schon früher gegen die Eingangstür getreten und die Bewohner beschimpft und bedroht.

"Der Fakt, dass die Polizei nicht von einer Fremdeinwirkung ausgeht, erscheint aufgrund der Informationslage sehr dubios", schreibt die Seite "Die Freiheitsliebe".

Es ist bislang nur ein Verdacht. Aber in der Tat ist es merkwürdig, dass die einen keine Spuren von Gewalt sehen – die anderen aber eine "blutüberströmte" Leiche.

Wer die Wahrheit sagt, wird sich hoffentlich zeigen.

ERGÄNZUNG: Die Obduktion hat ergeben, dass der 20-Jährige an mehreren Messerstichen in Hals und Brust starb, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase. Die Behörde ermittelt wegen Totschlags. Täter, Hintergründe und Umstände des Geschehens seien noch unbekannt, auch die Tatwaffe wurde bisher nicht gefunden. Die Mordkommission wurde personell aufgestockt und konzentriert sich auf die Befragung der Mitbewohner des Afrikaners.

Video: So aggressiv war die Stimmung bei der Pegida-Demo in Dresden

Video: Unterhaltsam und aufschlussreich: Diese Grafiken lassen Pegida ziemlich blöd aussehen

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