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09/01/2015 02:04 CET | Aktualisiert 25/01/2018 03:10 CET

Uber analysiert One-Night-Stands seiner Nutzer - und nennt sie "Rides of Glory"

Uber sammelt Fahrdaten zu One-Night-Stands
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Uber sammelt Fahrdaten zu One-Night-Stands

Wer etwas zu verbergen hat, sollte sich in Zukunft überlegen, ob er den Taxi-Ersatzdienst Uber benutzen will. Denn wie jetzt bekannt wurde, sammelt das Unternehmen aus San Francisco Fahrdaten seiner Nutzer und wertet diese anschließend aus.

Die Uber-Daten sollen so umfangreich sein, dass Uber sogar eine Liste mit den möglichen One-Night-Stands seiner Kunden erstellen konnte.

One-Night-Stands in Blog-Beitrag öffentlich gemacht

Das nächtliche Fahrverhalten seiner Kunden wurde von Uber aufgezeichnet und entsprechend ausgewertet. Fahrgäste, die freitags oder samstags zwischen 22 Uhr abends und 4 Uhr morgens mit Uber einen Wagen buchten und vier bis sechs Stunden einen weiteren Wagen bestellten, wurden erfasst.

Wie in der ARD-Sendung "Panorama" berichtet wurde, fasste das Unternehmen diese Daten sogar in einem öffentlichen Blog-Beitrag zusammen. Der Beitrag wurde aber in der Zwischenzeit gelöscht, macht im Netz aber noch die Runde.

In dem Blog-Beitrag bezeichnet Uber solche Fahrten selbst als "Rides of Glory", es zeige sich, dass solche Fahrten vor allem vor Feiertagen häuften.

Stadtkarten für die Suche nach One-Night-Stands?

In "Panorama" wird weiter berichtet, dass Uber anhand dieser Daten sogar spezielle Karten von einigen US-Städten erstellt habe. Diese Karten zeigten farblich markiert, in welchen Gegenden möglichst viele One-Night-Stands möglich seien - zum Beispiel angeblich in Boston.

Bei der ganzen Geschichte darf man natürlich nicht vergessen, dass die Uber-Nutzer gar keinen One-Night-Stand hatten, sondern womöglich einfach in der Nähe eines Clubs geparkt haben, um dort zu feiern.

Auf diese Datensammlung von "Panorama" und der "Berliner Zeitung" angesprochen, ging der Deutschland-Chef des Unternehmens, Fabien Nestman, in die Defensive. "Man kann aus sämtlichen Auswertungen Rückschlüsse ziehen, die helfen können, das Angebot zu verbessern. Das ist Teil der Aktivität, die Uber machen muss und wird", erläuterte er die Analyse der "Rides of Glory". Nestman schränkte zugleich ein, dass sein Unternehmen in Zukunft eher "sinnvolle Auswertungen" machen werde.

Ob Uber, in das Google eine Viertelmilliarde Dollar investiert hat, solche Daten zukünftig nicht doch zu Marketingzwecken einsetzen wird, darf angezweifelt werden.

Auf Antrag der entsprechenden Nutzer sollen die Fahrdaten allerdings von Uber gelöscht werden.

Die Ausgabe des Magazins "Panorama" können Sie hier in der Mediathek anschauen.

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