WIRTSCHAFT
22/12/2014 09:28 CET | Aktualisiert 22/12/2014 16:40 CET

H&M, Zara, Primark & Co.: Die erschreckende Wahrheit hinter der Kleidung der deutschen Mode-Konzerne

H&M, Zara, Primark & Co.: Die erschreckende Wahrheit hinter der Kleidung der deutschen Mode-Konzerne
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H&M, Zara, Primark & Co.: Die erschreckende Wahrheit hinter der Kleidung der deutschen Mode-Konzerne

Über die Schattenseiten der Textilindustrie ist bereits viel geschrieben worden. Doch mit jedem weiteren Bericht tun sich größere Abgründe auf. Und mit ihnen kommen weitere fragwürdige Methoden bekannter Modeunternehmen an die Öffentlichkeit.

Ein aktueller Bericht von “Spiegel TV” legt neue Details einer erschreckenden Wahrheit über die Kleidung von Textilkonzernen offen, die auch in Deutschland weit verbreitet sind.

Die Enthüllungen betreffen Firmen wie H&M, Kik, Zara, Primark und Jack & Jones.

Der Vorwurf an die Unternehmen: Sie arbeiten mit zwielichtigen Zulieferern in Asien zusammen, die Kinder beschäftigen und ihre Arbeiter hohen gesundheitlichen Gefahren aussetzen.

Damit nicht genug: Die Kleider, die in Billiglohnländern gefertigt werden, enthalten hochgiftige Stoffe. Sie kommen in Massen nach Deutschland. Und landen hierzulande in den Geschäften. Damit sind auch deutsche Konsumenten betroffen.

Die neuen Enthüllungen im Überblick:

1. Kinder fassen Gift mit bloßen Händen an

Reporter des Magazins haben Produktionsstätten und Färbereien in Bangladesch besucht. Dort sind Kinder im Alter von 12 Jahren beschäftigt. Die Farben, die sie mit nackten Händen vermischen, enthalten hochgiftige Chemikalien.

Der Betreiber einer Zulieferfirma, der nach eigener Aussage an namhafte deutsche Konzerne wie H&M und Zara exportiert, sagte den Reportern, die undercover unterwegs waren: “Für eine Arbeit wie diese finden wir nur Kinder. Erwachsene wollen diese Arbeit nicht machen.”


2. Textilarbeiter werden unfruchtbar und erkranken an Krebs

Bei ihrer Recherchereise haben die Reporter von “Spiegel TV” ein weiteres Produktionswerk besucht, das in der Nähe eines Flusses liegt. Untersuchungen haben gezeigt: Der Anteil an Schwermetallen ist 50.000 Mal höher als die Norm. Das gesamt Abwasser, das in Bangladesch gleichzeitig Hundertausenden Menschen als Trinkwasser dient, ist verseucht.

Ein Wissenschaftler gewährt den Reportern Einblick in eine Studie: Demnach ist die Krebsrate in dieser Region binnen kurzer Zeit um 40 Prozent gestiegen. Menschen, die in der Nähe von verseuchten Chemiewasser arbeiten, sind bis zu 50 Prozent häufiger an Unfruchtbarkeit erkrankt.


3. Giftige Textilien kommen in Tonnen nach Deutschland

Am Hamburger Hafen hat der Zoll ein Frachtschiff mit Textilien aus Fernost überprüft. In einigen Containern, in denen unter anderem Kleidung und Babytragen deponiert waren, wurden Anti-Schimmelmittel nachgewiesen. Die Gift-Rückstände lagen dem Bericht zufolge 5000 Mal höher als der Grenzwert, bei denen nach dem Gesetz Sofortmaßnahmen zur Abwehr chemischer Belastung in Gang gesetzt werden müssen.

Ein Sachverständiger sagte zu “Spiegel TV”, Menschen, die mit dieser Kleidung in Berührung kämen, drohten Übelkeit, Schwindel, im schlimmsten Fall sogar Bewusstlosigkeit.


4. Bedenklicher Vorfall in Primark-Filiale

Eine Mitarbeiterin des irischen Mode-Discounters Primark berichtet in dem Beitrag, dass ein Kollege durch die chemische Geruchsbelastung in einem Store umgekippt sei.

Primark gilt seit jeher als Stinkeunternehmen, der Vorwurf der gesundheitsschädlichen Geruchsbelastung weist das Unternehmen jedoch zurück. Genau wie den Vorfall, den die Mitarbeiterin gegenüber “Spiegel TV” schilderte.


5. Gefährliche Stoffe auf Kleidung von Jack & Jones

Experten des Bremer Umweltinstituts haben einige Textilien deutscher Modeketten auf schädliche Stoffe getestet. Das Ergebnis: Bei Kunststoffaufdrucken auf T-Shirts der Marke Jack & Jones wurde bedenkliche Weichmacher festgestellt, die laut Wissenschaftlern gesundheitliche Beeinträchtigungen herbeiführen können.

Das Unternehmen musste das Produkt aus dem Verkehr ziehen.


Video: Primark-Skandal - So brutal werden Textilarbeiterinnen ausgebeutet


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