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17/12/2014 10:36 CET | Aktualisiert 17/12/2014 13:28 CET

Eine junge Frau entdeckte eine ökologische Katastrophe, die sich fast unbemerkt abspielt

Als Filmemacherin hat die Amerikanerin Alison Teal schon sehr viele Orte auf der Welt gesehen - auch trostlose sicherlich. Doch mit dem, was sie auf den Malediven entdeckte, hätte sie niemals gerechnet.

Sie drehte gerade ihren Film "Naked and Afraid", als sie auf Thilafushi stieß, eine Insel nahe der Hauptstadt Malé. Eine Insel nur aus Müll. So etwas hatte sie noch nie zuvor gesehen. Das überstieg ihre kühnsten Vorstellungen.

Sie beschloss so schnell wie möglich zurückzukehren und Bilder zu machen von den Bergen an Plastikmüll, die sie auf "Trash Island" vorfand. Ansonsten, so dachte sie, würde ihr die Geschichte niemand glauben.

Den meisten ist das Ausmaß der Katastrophe nicht bewusst

Jeder weiß, dass Plastikmüll ein Riesenproblem darstellt. Doch kaum jemandem ist das Ausmaß der Katastrophe wirklich bewusst. Die Bedrohung ist zu weit weg, die Plastikberge verschifft an Orte, wo die meisten von uns sie nicht mehr sehen müssen.

Umso wichtiger ist daher jetzt ein Vorstoß der EU, die den Plastiktüten-Verbrauch in Europa begrenzen will. Der Plan: Die Regierungen der Staaten sollen bald entweder Gebühren oder Steuern auf die Tüten erheben. Auch Verbote wären möglich. Bis 2019 soll damit der Jahresverbrauch der Plastikbeutel um mehr als die Hälfte zurückgehen, von derzeit 200 auf 90 Tüten pro Kopf.

Ein Vorstoß in diese Richtung ist schon längst dringend notwendig. Fast 270.000 Tonnen Plastikmüll treiben einer neuen Studie zufolge auf den Ozeanen der Erde. Das sei so viel Abfall, wie nicht einmal in 38.500 Müllwagen passen würde, schätzt eine am Mittwoch in dem Fachjournal "Plos One" veröffentlichte Studie. Es handele sich dabei um mehr als fünf Billionen Einzelteile, heißt es in der Untersuchung.

Dabei ist das Erschreckende: Die Zahlen sind vermutlich nur ein Bruchteil dessen, was wirklich an Plastikmüll in den Meeren landet. Die Studie bezieht sich nämlich lediglich auf Abfall an der Wasseroberfläche. Wieviel Material auf dem Meeresboden liegt, ist unklar.

Wer Plastiktüten kauft, schadet Meerestieren und -pflanzen

Fakt ist: Plastiktüten gehören zu den größten Umweltproblemen unserer Zeit. Experten warnen schon seit Jahrzehnten davor, dass die Beutel bis zu 450 Jahre fortbestehen können und Pflanzen und Tiere gefährden. Und in der Tat: Ein großer Teil der Verschmutzung hängt mit dem exzessiven Gebrauch der Einwegtüten zusammen. Vor allem Meerestiere leiden unter den weggeworfenen Tüten.

Ihre beeindruckenden Fotos sehen Sie hier:

Thilafushi: Eine Insel aus Müll


In folgendem Video sehen Sie mehr zu Alison Teals Projekt:

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