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25/11/2014 06:20 CET | Aktualisiert 27/11/2014 11:48 CET

Diesen einen Sprachfehler sollten Sie sich unbedingt abgewöhnen

Diesen einen Spachfehler sollten Sie sich unbedingt abgewöhnen
dpa
Diesen einen Spachfehler sollten Sie sich unbedingt abgewöhnen

Zwischen der gesprochenen Umgangssprache und der eigentlichkorrekten deutschen Sprache gibt es häufig leider große Unterschiede.

Umgangssprache oder Fehler?

Oft handelt es sich dabei um Abkürzungen oder Vereinfachungen. Fast noch häufiger handelt es sich dabei aber auch schlicht um Fehler.

Ein besonders eklatantes Beispiel: Die Verwendung des Superlativs.

Hier einmal zum besseren Verständnis die Definition von Superlativ laut Duden: “Zweite Steigerungsstufe in der Komparation, Höchststufe”

Der Superlativ ist also quasi die “mehr-geht-nicht”-Form einer Sache. Aber jeder Sache?

Kein Superlativ bei Verben und absoluten Adjektiven

Es gibt zwei Fälle, in denen ständig "superlativiert" wird, Sie es aber unbedingt vermeiden sollten. Und zwar bei Verben und absoluten Adjektiven.

Warum Sie das vermeiden sollten? Weil es schlicht und einfach FALSCH ist. Hier erfahren Sie nun auch, wieso das so ist.

Verben

Verben kann man nicht steigern. So einfach ist das. Verben kann man konjugieren, verneinen oder betonen, aber steigern kann man sie nicht. Also sollte man das auch nicht tun. “Höchst”, “meist” und “erst” reichen völlig.

Ausdrücke wie “meist geklickteste”, “höchst gelegenste”, “meist gelesenste” und so weiter sind also falsch.

Warum Sie diesen Fehler wahrscheinlich machen: Vermutlich liegt es daran, dass es die verschiedenen Formen der Verben für Verwirrung sorgen.

Ein Beispiel am Verb “lesen”: Es gibt die Form “gelesen” und auch “gelesener”. Das heißt aber nicht, dass etwas “mehr gelesen” als nur “gelesen” ist. Denn die jeweilige Endung bezieht sich nicht auf eine Steigerung, sonder auf das, worauf sich das Verb bezieht - also darauf, “was gelesen wurde”. Dementsprechend gibt es die Form “gelesenst” und “gelesenste” nicht.

Mehr als “meist gelesen” kann ein Buch, ein Artikel oder eine Packungsbeilage nicht sein.

Oder, um es nochmal an einem besonders absurden Auswuchs dieses Fehlers in der Umgangssprache deutlich zu machen: Es gibt auch keinen “Erstgeborensten”.

Denn mehr als “geboren” geht nun wirklich nicht.

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Absolute Adjektive

Adjektive kann man steigern. Aber eben nicht alle. Die Ausnahme sind absolute Adjektive, also solche, die inhaltlich schon eine Höchststufe darstellen.

Ein paar Beispiele für solche falschen Steigerungen: “als einzigster”, “in keinster Weise”, “vollstes Verständnis” und so weiter.

Einziger (sic!) als “einzig” kann man nicht sein. Deshalb reicht “als einziger”. “Kein” ist ebenso nicht steigerungsfähig, denn “mehr als kein” geht nicht. Rein von der Logik her.

Bei “voll” ist es ein bisschen schwieriger. Denn dieses Wort lässt sich steigern. Ein Glas kann “voller” als ein anderes sein. Dafür braucht es aber einen Vergleich. Ist etwas einfach “voll”, ist es sozusagen automatisch das “vollste”. Egal ob Glas oder Verständnis.

In diesem Fall muss aber erwähnt werden, dass Ausdrücke wie “in keinster Weise” und “vollstes Verständnis” als betonendes Stilmittel oder gar als Übertreibung durchaus gängig sind. Vom rein grammatikalischen Standpunkt aus untersucht, sind sie dennoch falsch.

Fazit

Eigentlich ist es doch ganz einfach, oder?

Also tun Sie der deutschen Sprache einen Gefallen und hören Sie auf, Verben und absolute Adjektive steigern zu wollen.

Hier noch ein kleiner Tipp am Rande: Wenn Sie nun versucht sind, Ihre Mitmenschen stets darauf hinweisen, wenn sie einen falschen Superlativ verwenden, seien Sie gewarnt: Als Sprachnörgler machen Sie sich nicht beliebt - irgendwie befriedigend ist es trotzdem.

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