WIRTSCHAFT
14/11/2014 09:37 CET | Aktualisiert 14/11/2014 12:06 CET

Eine deutsche Firma hat eine Anlage entwickelt, die aus CO2 und Wasser Benzin macht, das nur einen Euro kosten soll

Eine deutsche Firma hat eine Anlage entwickelt, die aus CO2 und Wasser Benzin macht, das nur einen Euro kosten soll
Thinkstock
Eine deutsche Firma hat eine Anlage entwickelt, die aus CO2 und Wasser Benzin macht, das nur einen Euro kosten soll

Die Forschungsministerin höchstpersönlich schaut an diesem Freitag in Dresden vorbei. Johanna Wanka ist zu Besuch bei der Firma Sunfire. Mit einer millionenschweren Pilotanlage will das Unternehmen aus Wasser und Kohlendioxid einen Erdöl-Ersatz herstellen.

Für das sogenannte Power-to-Liquid-Verfahren werden Wasser und Kohlendioxid mit Hilfe von Ökostrom in synthetische Flüssigkraftstoffe wie Benzin, Diesel oder Kerosin umgewandelt.

Mit anderen Worten: Das klimaschädliche Abfallprodukt CO2 wird so verändert, dass er wieder als Rohstoff für die chemische Industrie verwendet kann. Nach Angaben des Bundesforschungsministerium handelt es sich in Dresden um die weltweit erste Demonstrationsanlage.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka lobte die Firma bei der Einweihung der Anlage: "Das sunfire-Verfahren senkt den CO2-Ausstoß und macht uns unabhängiger vom Erdöl. So schützen wir das Klima, schonen Ressourcen und fördern zugleich eine Technologie, die wirtschaftliches Wachstum verspricht. Der große Vorteil von Power-to-Liquid Treibstoffen ist zudem, dass die gesamte bestehende Infrastruktur, wie Tankstellen, Leitungen und Motoren unverändert genutzt werden kann. Damit ermöglichen wir eine nachhaltige Mobilität mit Erneuerbaren Energien", sagte Wanka.

Das Ministerium fördert Sunfire innerhalb des Programms „Technologien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz“mit 6,4 Millionen Euro, die Industrie übernehme vier Millionen Euro der Kosten, berichtete die „Welt“.

Ein weiterer Vorteil der Anlage sei, dass sie auch als Brennstoffzelle zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden könne. Bei einem Überschuss von Ökostrom werde dieser in chemischer Energie gespeichert und weitergenutzt, bei erhöhtem Strombedarf könne elektrische aus der gespeicherten chemischen Energie erzeugt werden.

Der Ökosprit von Sunfire könne aus Wasser und C02 später einmal "zu Kosten von circa einem Euro pro Liter erzeugt werden“, erklärt das Forschungsministerium gegenüber der „Welt“. Und die Zeitung spekuliert, dass dieses Benzin aufgrund möglicherweise geringerer Steueraufschläge an der Tankstelle preislich bestehen könne.


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