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19/09/2014 09:57 CEST | Aktualisiert 19/09/2014 11:16 CEST

Kinder schlagen: 6 wissenschaftliche Fakten über Gewalt in der Erziehung

Kinder schlagen: 6 wissenschaftliche Fakten über Gewalt in der Erziehung
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Kinder schlagen: 6 wissenschaftliche Fakten über Gewalt in der Erziehung

Kinder zu schlagen, ist nicht nur abstoßend und brutal. Es verstößt auch gegen das kindliche Recht auf Unversehrtheit. Trotzdem denken immer noch einige Menschen, das körperliche Gewalt zur Kindererziehung dazu gehört.

Um auch den letzten Befürwortern die Folgen klarzumachen, sind hier die Ergebnisse der Wissenschaft zu diesem Thema: Die Psychologin Elizabeth Thompson Gershoff hat 80 Studien analysiert und selbst intensiv geforscht.

Die wichtigsten Ergebnisse:

Körperliche Gewalt macht Kinder aggressiver.

Forscher der Universität Tulane fanden heraus, dass Kinder, die im Alter von drei Jahren geschlagen wurden, häufiger ein aggressives Verhalten zeigten, als Kinder, die keine physische Gewalt erlebt hatten.

Gewalt als Strafe bringt nichts (auch wenn es kurzzeitig vielleicht danach aussieht)

Sandra Graham-Bermann, eine Trauma-Expertin und Psychologie-Professorin der Universität Michigan, ist der Meinung, dass Schläge das Verhalten des Kindes nur kurzzeitig ändern. Langfristig machen Schläge das Verhalten schlimmer.

Mehreren Studien zeigen: Bestraft man das Kind für mangelnde Selbstkontrolle, desto schwerer fällt es ihm, sich künftig zu beherrschen. Es lernt, sich in Gegenwart von Eltern oder Lehrern zu benehmen. Aber was ist, wenn niemand zusieht?

Sie lernen, Konflikte mit Gewalt zu lösen

Eine im Jahr 2011 veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass Kinder, die geschlagen wurden, häufiger als andere Kinder Konflikte mit Gewalt lösen. Zudem sind sie mit zunehmendem Alter viel gefährdeter, straffällig zu werden.

Die Folgen reichen bis ins Erwachsenenalter

Eine Studie im Jahr 2012 hat herausgefunden, dass Schläge in der Kindheit oft einhergehen mit Angststörungen, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und vielen schweren Persönlichkeitsstörungen.

Eine Studie, erschienen in dem Fachjournal Canadian Medical Association, wertete Daten aus 20 Jahren aus und kam zu einem ähnlichen Ergebnis.

Schläge verändern das kindliche Gehirn

Eine 2009 abgeschlossene Studie zeigt, dass Kinder, die regelmäßig geschlagen wurden (also mindestens einmal die Woche und mehr als drei Jahre lang) hatten in manchen Gehirnarealen einen geringeren Anteil grauer Gehirnmasse. das betraf vor allem Bereiche, die in Verbindung mit Depressionen, Sucht und anderen Störungen stehen.

Laut CNN ergab eine weitere Studie, dass Kinder mit derlei Erfahrungen oft weniger weit entwickelte kognitive Fähigkeiten haben als andere Kinder.

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