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08/09/2014 07:47 CEST | Aktualisiert 09/09/2014 03:50 CEST

Wie weibliche Dschihadisten für Terror und Angst sorgen

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In Zeiten des Krieges finden sich Frauen häufig in der Opferrolle wieder. Sie werden vergewaltigt, gedemütigt, getötet.

Im Irak und in Syrien aber greifen Frauen selbst zur Waffe - auf beiden Seiten. Sie werden so selber zu Tätern, die ihren männlichen Genossen in Sachen Brutalität und Entschlossenheit offenbar in nichts nachstehen. Ein Beispiel dafür: die sogenannte Al-Khanssaa-Brigade.

Syrien: Terrormiliz bestraft Frauen für “unislamisches Verhalten”

Bei der Terrormiliz handelt es sich um eine Gruppe von Frauen, die in der syrischen Stadt Raqqa für Angst und Schrecken sorgt, schreibt die “Daily Mail”. Als eine Art Moralpolizei bestraften sie andere Frauen für “unislamisches Verhalten”.

Ähnliche Berichte hatte es bereits in der Vergangenheit gegeben. In der Stadt, die als Hauptquartier des IS gilt, trauten sich Frauen nicht mehr ohne männliche Begleitung und nur ganzkröperverhüllt auf die Straße, schrieb “The Atlantic”. Denn wer sich anders verhalte, werde geschlagen und verhaftet - häufig von anderen Frauen.

IS-Kriegerinnen bewegen sich in Terror-Zirkeln

Eine Schlüsselfigur soll dabei die 20 Jahre alte Aqsa Mahmood sein - als eine von rund 60 Frauen, die aus Großbritannien in den Mittleren Osten kamen und dort nun als IS-Mitglieder gelten. Mahmood wollte laut Medienberichten eigentlich Ärztin werden - daraus wird nun nichts. Ihren Eltern sagte sie laut BBC in einem letzten Telefongespräch: “Ich werde euch an den Händen halten und in den Himmel bringen. Ich will ein Märtyer werden.”

Die Frauen stehen unter genauer Beobachtung der Wissenschaft. “Al-Khanssaa ist eine Sharia-Polizei. Wir glauben, dass es sich dabei um eine Mischung aus britischen und französischen Frauen handelt”, sagte Melanie Smith vom King's College's International Centre for the Study of Radicalisation dem “Sunday Telegraph”. Die weiblichen Terroristinnen sollen sich im Umfeld der Männer bewegen, die die Geiseln James Foley und Steven Sotloff enthaupteten.

Frauen zwischen 18 und 24 Jahren alt

Die Dschihadistinnen sind in der Regel zwischen 18 und 24 Jahren alt, berichtet die Zeitung weiter. Der IS halte diese Gruppe der ausländischen Krieger, die in Allahs Namen nach Syrien oder in den Irak kommen, für besonders entschlossen.

Deswegen beschränkt sich die Aufgabe der Al-Khanssaa-Frauen offenbar keineswegs darauf, auf die peinlich genaue Einhaltung der Scharia zu achten - beziehungsweise dessen, was der IS dafür hält.

Anzahl der IS-Terroristinnen steigt sprunghaft an

So zeigte sich eine der Frauen mit dem dschihadistischen Namen Umm Farriss auf einem Foto mit einem Bombengürtel - laut “Telegraph”, weil Frauen das Kämpfen zwar verboten ist, nicht aber Selbstmordanschläge.

Die Berichte stützen sich unter anderem auf die Forschungen am Kings College. Melanie Smith beobachtet dort, wie sich Terroristinnen in sozialen Netzwerken verhalten, denn Facebook und Twitter sind beliebte und geschickt genutzte Propaganda-Instrumente des IS. Die Forscherin sagt: “Die Nummer der britischen Frauen, die auswandern wollen, ist zuletzt kometenhaft angestiegen. Denn für Frauen ist es einfacher, in den Dschihad zu ziehen - sie wirken einfacher weniger verdächtig als Männer, wenn sie Großbritannien verlassen.”

In Syrien und im Irak werden sie dann selbst zu Tätern.

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