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02/09/2014 02:14 CEST

Russland hat den Ukraine-Krieg längst gewonnen - sagt die NATO

Wladimir Putin
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Wladimir Putin

Einen Rückschlag nach dem anderen musste das ukrainische Militär bei seiner “Anti-Terror-Operation” gegen die prorussischen Separatisten in den letzten Wochen hinnehmen. Mehrere Einheiten sind eingekesselt worden, es gab zahlreiche Verletze. Nach schwerem Beschuss mussten ukrainische Truppen sich zudem vom Flughafen Luhansk zurückziehen und den strategisch wichtigen Kontrollpunkt den Separatisten überlassen.

Präsident Poroschenko kündigte daher personelle Konsequenzen an - Führungsposten in der Armee sollen neu besetzt werden, berichtete die Nachrichtenagentur dpa am Montag.

Doch auch das wird der Ukraine nicht mehr helfen können, glauben NATO-Offiziere. Sie haben ihre Einschätzung über das Ausmaß des Konflikts grundlegend geändert.

"Militärisch ist der Konflikt für Kiew bereits verloren", zitiert “Spiegel Online” einen ranghohen NATO-General. Poroschenko blieben "eigentlich nur noch Verhandlungen, um seine Männer lebend aus der Zange der Russen abzuziehen", so das erschreckende Urteil des Generals.

Die NATO hat längst keine Zweifel mehr daran, dass Russland in der Ukraine Krieg führt. Letzte Woche hat sie mehrere Satellitenbilder veröffentlicht, die das Vorrücken russischer Truppen an der Nord-, West- und Südseite der Ukraine beweisen sollen.

nato

Besonders schlimm soll es nach Einschätzung der NATO-Militärs um die Ostseite des Landes stehen. Die Ukraine habe die Kontrolle über ihre eigene Grenze verloren, schreibt “Spiegel Online”.

Poroschenko sucht verzweifelt nach einem Ausweg, bittet Europa und auch die USA um Hilfe. Doch wie es scheint, ist die NATO nicht einmal bereit, Hilfsgüter an das Land zu liefern.

Die ukrainische Regierung soll bereits im Mai bei einem Treffen mit NATO-Vertretern um Unterstützung gebeten haben. Nicht in militärischer Form, sondern vor allem um medizinische Hilfe, berichtet die “Bild”-Zeitung unter Berufung auf eine interne Liste des ukrainischen Verteidigungsministeriums.

Seit mehr als drei Monaten sollen die Hilfslieferungen durch NATO-Staaten blockiert worden sein, berichtet das Blatt.

Der Bürgermeister von Kiew, Vladimir Klitschko, kritisiert das Verhalten der NATO. Im Zuge der deutschen Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak beklagt er die mangelnde Unterstützung der Ukraine und richtet in einem Gastbeitrag für die “Bild”-Zeitung einen dramatischen Appell an die deutsche Regierung:

“Europa muss endlich verstehen, dass es längst nicht mehr allein um die Ukraine geht. Die ukrainischen Soldaten verteidigen nicht nur die Ukraine, sie verteidigen Europa, sie verteidigen Europas Werte. Denn wenn Putin das bekommt, was er will, dann wird die nächste Frage sein: Welches Land ist als nächstes dran?"

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