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29/08/2014 05:59 CEST | Aktualisiert 29/08/2014 07:40 CEST

IS-Terrorist plante den Einsatz von Biowaffen mit Beulenpest

Elektronisch Dokumente legen nahe, dass ein IS-Terrorist den Einsatz von Biowaffen erwog
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Elektronisch Dokumente legen nahe, dass ein IS-Terrorist den Einsatz von Biowaffen erwog

Die Terroristen des Islamischen Staates (IS) gehen offenbar mit ihren elektronischen Daten nicht übermäßig sorgfältig um. Im Juni fielen irakischen Soldaten 160 Speichersticks in Mossul in die Hände, die Einblick in die üppigen Finanzen boten, Codenamen ausländischer IS-Kämpfer und vieles mehr.

Nun scheinen neue, extrem bedenkliche elektronische Daten aufgetaucht zu sein. Wie das renommierte Magazin „Foreign Policy“ berichtet, haben seine Rechercheure die Daten von der Festplatte eines Laptops untersucht, das angeblich IS-Terroristen gehörte.

Abertausende Dateien über den Terror

Ein Mann namens Abu Ali, Kommandeur einer moderaten syrischen Rebellengruppe, sagte dem Magazin, seine Leute hätten den Rechner im Januar aus einem hektisch verlassenen IS-Versteck im syrischen Idlib geholt. Abu Ali hatte angeblich keine Ahnung, was sich auf dem Laptop befand.

In versteckten Dateien fanden die Reporter von „Foregin Policy“ 146 Gigabyte Material. Neben erwartbaren Pamphleten zur Rechtfertigung des Dschihad und Trainingsanleitungen für Anschläge, Bombenbau-Instruktionen, Tipps zum Autodiebstahl auch Hinweise, „dass der Besitzer des Laptops sich selbst beibrachte, wie man biologische Waffen benutzt“.

Dokument über die Nutzung von Biowaffen

Auf einem 19-seitigen Dokument in arabischer Sprache ging es dem Bericht zufolge darum, wie man Beulenpest von infizierten Tieren für Biowaffen nutzbar macht. So eine Waffe sei billig, aber wirkungsvoll – und deren Nutzung laut einer ebenfalls auf dem Laptop gespeicherten Fatwa auch legitim, wenn den Ungläubigen sonst nicht beizukommen sei. Das Rechtsgutachten soll von dem Saudi-Araber Nasir al-Fahd stammen, der derzeit dort im Knast sitzt.

Der Besitzer soll dem Bericht zufolge ein Tunesier namens Muhammed S. sein, der der Terrororganisation in Syrien beigetreten war – und Chemie und Physik studiert hatte. Die Universität in Tunesien bestätigte „Foreign Policy“, dass der Mann tatsächlich dort studiert hatte.

Viele Kämpfer in Syrien und dem Irak kommen aus dem Ausland - aus Tunesien sollen besonders viele stammen.

Ausländische Kämpfer in Syrien (Stand Februar bis Mai 2014)

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Datensammlung: Soufan Group

Der Fund, so er authentisch ist, ist ein weiterer Beleg dafür, dass die IS-Terroristen, die selbst den meisten Al-Qaida-Kämpfern zu brutal sind, vor absolut nichts zurückschrecken. Sie kämpfen mit allen Mitteln.

Und präsentieren ihre Gewalttaten so, dass sie maximale Furcht verbreiten. Erst vor wenigen Tagen brüsteten sie sich mit einem Video, das offenbar die Enthauptung des Journalisten James Foley zeigte.

An diesem Freitag wurde nun ein weiteres Enthauptungsvideo verbreitet, wie britische BBC berichte. Der Film mit dem Titel "Message in Blood" soll zeigen, wie ein kurdischer Kämpfer nahe einer Moschee im irakischen Mossul sein Leben verliert. Kurdische Kämpfer hatten sich den IS-Terroristen im Nordirak entgegengestellt, teils mit Erfolg. In dem Video sind weitere mutmaßlich kurdische Gefangene zu sehen, die der IS ebenfalls mit dem Tod bedroht.

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