WIRTSCHAFT
27/08/2014 02:37 CEST | Aktualisiert 27/08/2014 03:00 CEST

DIW-Studie: Frauen verdienen nur halb so viel wie Männer

Laut einer DIW-Studie verdienen Frauen gerade mal die Hälfte wie Männer.
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Laut einer DIW-Studie verdienen Frauen gerade mal die Hälfte wie Männer.

Frauen und Männer verdienen in derselben Position noch immer nicht gleich viel. Das dürfte den meisten bekannt sein. Wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aber nun ergeben hat, sind die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland sind deutlich größer als bisher bekannt.

„Frauen erzielen im Durchschnitt nur die Hälfte der Einkommen von Männern“, heißt es in der Analyse, die der „Welt“ vorab vorliegt. Die Studie hat erstmalig Daten aus der Lohn- und Einkommensteuerstatistik getrennt nach Geschlechtern aufbereitet.

Frauen erreichen nur 49 Prozent des Bruttoeinkommens von Männern

Demnach erreichen Frauen durchschnittlich – über alle Einkommensarten hinweg – nur 49 Prozent des Pro-Kopf-Bruttoeinkommens von Männern. On den unteren Einkommensgruppen mit bis zu 25.000 Euro Bruttojahreseinkommen sind Frauen gegenüber Männern in der Mehrheit. „Bei den höheren Einkommen geben die Männer den Ton an“, sagt DIW-Forscher Stefan Bach. So erzielen doppelt so viele Männer wie Frauen ein Bruttoeinkommen von 40.000 Euro im Jahr. Unter allen Deutschen, die sich über ein Bruttoeinkommen von über 75.000 Euro jährlich freuen können, sind 80 Prozent Männer, aber nur 20 Prozent Frauen.

Der Einkommensvergleich beruht auf Daten aus Jahr 2007. Neuere Statistiken zur Einkommensteuerstatistik liegen nicht vor. Laut DIW gelten die Erkenntnisse aus diesem Jahr bis heute. Zwar gehen in diesem Jahr mehr Frauen einer Tätigkeit nach als 2007. Zugleich hat aber die Teilzeitquote bei den Frauen leicht zugenommen, da vor allem Mütter auf den Arbeitsmarkt kamen. „Am Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern dürfte sich daher nur wenig geändert haben“, sagt Bach.

Die Einkommenssteuerstatistik hat gegenüber anderen Einkommensvergleichen einen Vorteil: Sie bildet auch hohe Einkommen ab, die in anderen Studien häufig keine Rolle spielen. Dadurch erklären sich die größeren Einkommensunterschiede gegenüber früheren Vergleichen. Laut Statistischem Bundesamt etwa erzielen Frauen 22 Prozent niedrigere durchschnittliche Stundenlöhne als Männer, ihre Bruttojahresverdienste sind 37 Prozent geringer.