POLITIK
21/08/2014 07:56 CEST | Aktualisiert 21/08/2014 09:44 CEST

Diese Länder machen die Welt wirklich zu einem besseren Ort

Diese Länder machen die Welt wirklich zu einem besseren Ort
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Diese Länder machen die Welt wirklich zu einem besseren Ort

In der modernen, globalisierten Welt haben nationale Krisen immer öfter Auswirkungen auf die globale Gemeinschaft. Bankenkrisen, Ernteausfälle oder Lebensmittel-Skandale - häufig ist die ganze Welt betroffen.

Trotzdem agieren viele Staaten immer noch unabhängig, ohne Rücksicht auf die globalen Folgen. Simon Anholt, einer der weltweit führenden Politikberater, kämpft dafür, dass Regierungen mehr Gutes für die Welt tun - und weniger egoistisch handeln.

Der Good Country Index misst den Einfluss der Länder auf die Welt

In seinem neuen Ranking, dem Good Country Index (GCI), hat Anholt jetzt errechnet, wie "gut" die Länder dieser Welt sind - unabhängig davon, ob sie ein Superstaat wie die USA sind oder nur ein Fleck auf der Landkarte, wie Malta oder Guatemala.

Die Ergebnisse sind überraschend: Irland ist laut dem Good Country Index das "beste" Land, gefolgt von Finnland, der Schweiz und den Niederlanden. Deutschland liegt auf dem 13. Platz, noch vor Österreich (14.), Spanien (19.) und den USA (21.).

Die größte Überraschung des Rankings: Kenia belegt den 26. Platz der Länder, die die Welt zu einem besseren Ort machen - und das, obwohl es zu den ärmsten Staaten der Erde zählt.

good country index

(Die Top-5-Länder des Good Country Index. Quelle: goodcountry.org)

"Ich wollte unbedingt herausfinden: Wie nah sind die Klischees über die Länder an der Realität", sagte Anholt der Huffington Post und bezieht sich damit auf den ebenfalls von ihm erstellten Nation Brands Index, eine Art Image-Ranking für Staaten, über das die HuffPost kürzlich berichtete.

Er habe schnell gemerkt, dass noch niemand gemessen habe, ob ein Land "gut" oder "schlecht" sei, so der Brite. "Daher habe ich alle relevanten Daten zusammengebracht und das Ranking zusammengestellt."

"Es geht auch darum, wie viele Flüchtlinge die Länder aufnehmen"

Nur vier der 36 Attribute, an denen Anholt die Staaten gemessen hat, haben direkt etwas mit Geld zu tun. "Es geht auch darum, ob die Länder internationale Verträge einhalten, wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen oder wie respektvoll sie die Umwelt behandeln", erklärte der Image-Experte für Staaten.

Rankings, die nur darauf schauen, wie viel Geld Staaten etwa für humanitäre Hilfe ausgeben, bringen laut Anholt überhaupt nichts. "Man muss natürlich auch die Einwohnerzahl und die finanziellen Möglichkeiten der Länder in Betracht ziehen", sagte Anholt.

Es ist unfair, die USA mit Malta oder Uganda gleichzusetzen

Es gebe nämlich einen großen Unterschied zwischen einem "guten" Staat und einem, der Unmengen an Geld zum Fenster hinauswirft und sich anschließend als Weltretter aufspielt, erklärt der Politikberater. Daher sei es unfair, ein Land wie die USA mit Malta oder Uganda gleichzusetzen.

"Die Amerikaner sind empört über mein Ranking, weil sie sich als den größten Wohltäter in der Geschichte der Menschheit sehen", kritisiert Anholt das Selbstbild der Vereinigten Staaten. "Fakt ist aber: Man muss nicht reich sein, um Gutes für die Welt zu tun."

Die Welt benötigt die kleinen Staaten genauso wie die USA und Deutschland

Das Konzept, dass große Staaten den Kleinen helfen müssen, sei überholt, so der Brite. "Wir sehen immer mehr, dass die sogenannten Superstaaten den kleinen Ländern nicht überlegen sind. Das zeigt: Die Welt benötigt die kleinen Staaten genauso wie es auf die USA, Großbritannien oder Deutschland angewiesen ist."

Um den Einfluss der Länder auf den Planeten zu erfassen, verwendete Anholt zahlreiche Daten aus den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Naturschutz und internationaler Sicherheit. Dazu schaute er sich unter anderem Rankings der Vereinten Nationen, der Weltbank und zahlreicher NGOs an.

125 Länder listet der Index, für über 70 weitere Staaten habe es nicht ausreichend Informationsmaterial gegeben, so der Brite.

Hier geht es zum vollständigen Ranking, das sich zusätzlich noch einmal in die einzelnen Teilbereiche wie Wissenschaft, Klimaschutz oder Wohlbefinden aufschlüsseln lässt.

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