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14/08/2014 10:34 CEST | Aktualisiert 14/08/2014 11:26 CEST

Qualitäts-Fleisch von Edeka? Zulieferer wegen toten Schweinen unter Beschuss

Getty

Es sind ungemütliche Tage für den erfolgsverwöhnten Lebensmittelhändler Edeka. Gleich mehrere Zulieferer des Unternehmens geraten wegen eines Lebensmittel-Skandals unter Beschuss.

Rückblick: In der vergangenen Woche hatte der NDR über erschreckende Zuständen auf Bauernhöfen berichtet, die die Edeka-Marke Gutfleisch beliefern.

Der Sender hatte Bilder der Tierschutzorganisation „Animal Equality” veröffentlicht, die schreiende Schweine mit blutigen Schwänzen und angeknabberten Ohren zeigen.

Einige Tiere waren so krank, dass sie nicht mehr stehen konnten.

„Klare Gesetzesverstöße"

Die Aufnahmen stammen von Höfen in Norddeutschland und der Bauernverband hatte die dortigen Zustände sofort als „klare Gesetzesverstöße” bezeichnet. Edeka schloss sich dieser Einschätzung an.

Dennoch sind die Verfehlungen offenbar keine Einzelfälle.

Nur wenige Tage nach dem NDR-Bericht sind neue Hinweise aufgetaucht, die auf ähnliche Vorfälle anderswo schließen lassen: „Zeit Online” berichtet von ähnlichen Missständen bei Zulieferern in Süddeutschland.

Das Portal untermauert seine Berichte mit heimlich aufgenommenen Videos und Fotos, die „Animal Euality” bei zwei Undercover-Recherchen auf einem Bauernhof in Süddeutschland aufgenommen hat.

Schweine knabbern an toten Artgenossen

Auf ihnen zu sehen sind tote Schweine, die neben lebenden Tieren in einer Box liegen. Ein Tier beißt einem toten Artgenossen ins Ohr, ein anderes nagt am Kopf eines Kadavers.

Bei vielen Schweinen haben die Tierschützer nach eigener Aussage blutige Wunden und Verletzungen festgestellt. Zudem sollen einige Tiere in ihr eigenes Futter uriniert und es dann gefressen haben.

„Animal Equality” hat den verantwortlichen Landwirt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt.

Laut der Organisation sind die Zustände auf den gefilmten Höfen im Norden und Süden Normalität in der deutschen Schweinemast.

Das Problem: Der Edeka-Zulieferer Gutfleisch bezieht ein Teil seines Fleisches unter anderem von diesen Höfen.

Als Reaktion auf die Enthüllungen stoppte Edeka die Lieferungen von dem betreffenden Hof in Süddeutschland. Dort sei es zu Fehlern im Stallmanagement gekommen, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens an „Zeit online”.

Dem Bericht zufolge hat inzwischen ein Tierarzt vom TÜV Süd den betreffenden Hof für eine unangemeldete Kontrolle aufgesucht.

Wie das Portal berichtet, konnte er allerdings „keine Auffälligkeiten” feststellen. Die gefilmten kranken Tiere seien von den gesunden getrennt gehalten worden.

Die Tierschützer bestreiten das.

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