VIDEO
01/08/2014 09:25 CEST | Aktualisiert 01/08/2014 12:11 CEST

AfD: Ex-Parteifunktionär rechnet mit der AfD ab

Der AfD-Politiker Bernd Lucke
Getty
Der AfD-Politiker Bernd Lucke

Nur etwa eineinhalb Jahre nach Parteigründung beginnt die AfD offenbar, sich selbst zu zerlegen.

Ausgerechnet ein Ex-Vorstand rechnet jetzt mit seiner ehemaligen Partei ab und kritisiert sie für ihr reaktionäres Gesellschaftsbild.

"Da wird vorgegeben, wie viele Kinder Frauen künftig zu bekommen haben"

„Da wird von Ausländern nur in Zusammenhang mit Kriminalität geredet, da wird vorgegeben, wie viele Kinder Frauen künftig zu bekommen haben, und da wird verlangt, dass behinderte Kinder nicht zusammen mit nicht-behinderten unterrichtet werden sollen“, kritisiert Franz Eibl, bis vor Kurzem noch Bezirksvorsitzender der Partei in Oberfranken und Sprecher des bayerischen AfD-Landesverbandes in einem Beitrag auf seiner privaten Webseite.

Als Konsequenz gibt Eibl seinen Rücktritt von allen Parteiämtern bekannt. Er werde sich künftig außerhalb der AfD für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte einsetzen, kündigt der Politiker an.

afd

Franz Eibl

Die Maske der Rechtspopulisten um Parteichef Lucke fällt immer mehr.

Eibl stören vor allem die rechtspopulistischen Tendenzen der Partei. Die AfD Sachsen fordere in ihrem Wahlprogramm neben einer Quote für den deutschen Schlager auch den „deutlichen Schwerpunkt“ des Geschichtsunterrichts künftig „auf das 19. Jahrhundert“ zu setzen, kritisiert er. „Man hat leider das Gefühl, dass inzwischen die Mehrheit der Partei geistig in diese Richtung unterwegs ist“, so Eibl.

CSU-Politiker: "Wir müssen die AfD entlarven"

Bei dieser Zeitreise in Richtung Vergangenheit wolle er nicht länger mit dabei sein, erklärt der Ex-Parteifunktionär auf seiner Webseite.

Zuletzt hatte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer gewarnt: „Wir müssen die AfD entlarven als eine Partei, die professoral daherkommt, die Wähler aber für dumm verkaufen will.“

Photo galleryPolitiker, die essen See Gallery

Auch auf HuffingtonPost.de: Europawahlkampf - Zwischen AfD und linken Demonstranten geht es heiß her