POLITIK
23/07/2014 06:14 CEST | Aktualisiert 23/07/2014 06:17 CEST

CDU-Außenexperte Wellmann: MH17-Abschuss war "vorsätzlicher Massenmord"

CDU-Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann bezeichnet MH17-Abschuss als "vorsätzlichen Massenmord"
wellmann-berlin.de
CDU-Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann bezeichnet MH17-Abschuss als "vorsätzlichen Massenmord"

Für viele im Westen steht nach dem Absturz der Passagiermaschine MH17 in der Ostukraine der Schuldige seit Tagen fest: Wladimir Putin.

Trotz der jüngsten Erkenntnisse US-amerikanischer Geheimdienste sehen auch deutsche Politiker eine Verantwortlichkeit beim russischen Präsidenten.

"Es gab sicherlich keinen Befehl aus dem Kreml, dieses Flugzeug abzuschießen. Aber wer die Separatisten mit schweren Waffen und moderner Flugabwehrtechnik ausrüstet, muss damit rechnen, dass das passiert", sagte CDU-Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann der Huffington Post.

Putin trage daher eindeutig eine Verantwortung für den MH17-Abschuss, so Wellmann. "Wenn ich einem Kind eine Waffe gebe und es damit in die Schule schicke, muss ich auch damit rechnen, dass ein Unglück passieren kann."

"Das ist vorsätzlicher Massenmord"

Zu den Spekulationen, dass die russischen Rebellen MH17 für ein ukrainisches Militärflugzeug gehalten haben, sagte Wellmann: "Es gibt frei zugängliche Apps, mit denen man zivile Maschinen am Himmel anhand ihrer Kennung identifizieren kann. Die Separatisten haben das offenbar nicht genutzt. Das ist vorsätzlicher Massenmord."

Die EU müsse jetzt gezielte Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängen, forderte Wellmann.

"Einreiseverbote sind nur eine symbolische Maßnahme"

"Anders lässt sich Putin nicht beeindrucken. Das Einfrieren von Konten und die vereinzelte Einreiseverbote sind nur symbolische Maßnahmen", so der CDU-Politiker.

An einem möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland will sich Wellmann zum jetzigen Zeitpunkt zwar nicht beteiligen.

Allerdings sei es zumindest "fraglich, ob eine WM in einem Land stattfinden kann, das Kriege anzettelt und Teile souveräner Staaten annektiert", so der Außenpolitiker.

USA: Noch keine konkreten Beweise für eine direkte Beteiligung Russlands

Laut Medienberichten hat der US-Geheimdienst noch keine konkreten Beweise für eine direkte Beteiligung Russlands am MH17-Absturz.

Gleichzeitig dementierten die Verantwortlichen aber nicht, dass sie Putin zumindest eine Mitschuld am mutmaßlichen Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine zuschreiben. Der Abschuss gehe wahrscheinlich auf einen Fehler der prorussischen Rebellen zurück, hieß es.

Am Dienstag beschlossen die EU-Außenminister derweil neue Sanktionen gegen russische Vertreter. Dabei handelt es sich um Einreiseverbote und Kontensperrungen, wie der niederländische Außenminister Frans Timmermans erklärte.

Die Außenminister baten die EU-Kommission zudem, schärfere Wirtschaftssanktionen vorzubereiten, sollte Moskau nicht aufhören, die Ukraine zu destabilisieren.

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