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07/07/2014 10:26 CEST | Aktualisiert 07/04/2015 06:12 CEST

An diesen Drogen sterben die meisten Menschen

Video: Meth, Heroin und Co. Wie schockierend sich Drogen ins Gesicht graben

Wir Deutsche sind schon komisch: Wir verteufeln illegale Drogen und schütten uns mit Bier und Schnaps zu. Wir gruseln uns bei Vorher-Nachher-Bildern von Crystal-Meth-Süchtigen und rauchen dabei lässig eine Zigarette. Wir schütteln beim Anblick von Heroinsüchtigen mitleidig den Kopf und nehmen Schlaftabletten, damit wir besser pennen können.

Es wird Zeit, ehrlich zu sein: Tabak, Alkohol und Medikamente raffen in Deutschland wesentlich mehr Menschen dahin als illegale Drogen. Es sterben fast 200 Mal so viele Menschen an Tabak und Alkohol als an harten Drogen. Auch die Zahl der Süchtigen ist bei den legalen Drogen um ein Vielfaches höher. Das geht aus dem neuen Bericht der Suchtbeauftragten der Bundesregierung hervor. Ein Überblick über die Drogentoten in Deutschland:

Tabak: In Deutschland gibt es rund 110.000 Tabaktote im Jahr. Sie sterben meist qualvoll, etwa die Hälfte geht an Lungenkrebs, anderen Atemwegserkrankungen oder Herz-Kreislaufversagen zugrunde. Rund ein Drittel der Männer und ein Viertel der Frauen zwischen 18 und 64 Jahren greifen mindestens einmal im Monat zur Zigarette. Knapp ein Drittel der Raucher braucht mehr als eine Schachtel am Tag. Etwa 5,6 Millionen der Erwachsenen zwischen 18 und 64 gelten als nikotinsüchtig. Das ist jeder Zehnte.

Alkohol: Fast jeder dreißigste Erwachsene in Deutschland zwischen 18 bis 64 Jahren ist süchtig nach Alkohol. Das sind 1,77 Millionen Menschen, die zwanghaft zur Flasche greifen und ohne nicht mehr klar kommen. Fast 10 Millionen Menschen trinken soviel, dass es riskant für ihre Gesundheit sein kann. Mindestens 74.000 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen der Sauferei. Männer sind mehr als doppelt so häufig alkoholabhängig wie Frauen. Allerdings hat sich die Zahl der alkoholkranken Frauen zwischen 1997 und 2012 mehr als verdoppelt.

Medikamente: Die Zahl der Medikamentensüchtigen in Deutschland schwankt je nach Berechnungsmethode zwischen 1,3 Millionen und 2,3 Millionen Erwachsenen zwischen 18- und 64 Jahren. Die meisten davon greifen regelmäßig zu Schlaf-, Schmerz- und Beruhigungsmitteln. Tendenziell neigen Frauen und ältere Menschen stärker zur Medikamentensucht. Allerdings ist es oft schwer zu unterscheiden, ob ein Medikament aufgrund einer Erkrankung oder missbräuchlich eingenommen wird.

Illegale Drogen: Im Vergleich mit den mindestens 184.000 Menschen, die an den Folgen des Rauchens und Trinkens jedes Jahr sterben, gehen die 1002 "echten" Drogentoten im Jahr 2013 fast unter. An illegalen Drogen sterben in Deutschland hauptsächlich Männer (83 Prozent), die meisten davon an Heroin.

Die weit verbreitetste illegale Droge ist Cannabis: Rund 2,9 Millionen der 18- bis 64-Jährigen konsumieren die Droge mindestens einmal im Jahr. Jeder neunte dieser Konsumenten, das sind 320.000 Menschen, gilt als abhängig. Außerdem sind etwa 40.000 Menschen süchtig nach Amphetaminen (zu denen auch Crystal Meth zählt). Rund 80.000 Menschen sind kokainsüchtig.