POLITIK
25/06/2014 06:03 CEST | Aktualisiert 25/06/2014 14:33 CEST

God save the Weed: Großbritannien auf dem Weg zur Cannabis-Legalisierung

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Deutet sich auch in Großbritannien die Cannabis-Revolution an? Gewichtige gesellschaftliche Gruppen arbeiten daran.

Dieser Tage werden sich Vertreter der britischen Ärztekammer mit der Frage beschäftigen, ob sie einer gesetzlichen Legalisierung von Marihuana zustimmen.

Während des jährlichen Treffens der Mediziner zwischen dem 22. und 26. Juni dieses Jahres haben sie unter anderem einen Vortrag von Geoffrey Lewis gehört, einem Facharzt im Ruhestand, der seine Kollegen davon überzeugen will, dass “die Regulierung der Droge vor allem eine Frage der Gesundheit und nicht eine der Justiz sein sollte”.

Unsere Drogenpolitik ist widersprüchlich und ineffektiv", hat Lewis gesagt. "Obwohl die Drogengesetze verschärft wurden, ist die Zahl der Drogenkonsumenten in den letzten 30 Jahren in die Höhe geschossen. Aber unsere Politiker sind nicht dazu bereit, eine vernünftige, rationale Debatte über Drogen zu führen.”

Das solle nicht heißen, dass Cannabis-Konsum ungefährlich sei, betont der Facharzt. “Das ist er. Aber das geltende Recht funktioniert nicht. Nur wenn wir eine andere Haltung in der Frage annehmen, wird es uns möglich sein, den Konsum zu regulieren und ein gewisses Maß an Qualitätskontrolle zu gewährleisten.”

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Der Meinung ist auch die “Clear Campaign Group”, die die erste Kampagne zur Cannabis-Legalisierung in Großbritannien fährt. Mit dem Slogan “Let’s get the Dealers off the Street” (Lasst uns die Dealer von der Straße holen) werben sie für eine Lockerung der Drogenpolitik.

“Mit einem regulierten System könnten wir Altersbeschränkungen einführen, Qualitätskontrollen gewährleisten und zehntausende Jobs in seriösen Unternehmen sichern”, schreibt die “Clear Campaign Group” auf ihrer Webseite.

Eine Youtube-Werbung soll das Projekt zusätzlich unterstützen:

Es zeigt sich also, dass die Briten genau wie viele andere Nationen der Legalisierung von Marihuana immer offener gegenüberstehen. Möglicherweise dauert es nicht mehr lange, bis auch Großbritannien Ländern wie Uruguay oder den US-Bundesstaaten Colorado und Washington nacheifert – und die Briten demnächst ihr Gras im Laden um die Ecke kaufen können.

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