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06/06/2014 11:28 CEST | Aktualisiert 06/06/2014 11:32 CEST

5 Ratschläge, die ich meinem Sohn an seinem Hochzeitstag geben werde

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Vor der Hochzeit: Auf Mutti hören

Von Sophie Rosen für DivorcedMoms.com.

Mein Sohn ist neun Jahre alt. Als er vier war, wohnte sein Vater schon nicht mehr regelmäßig bei uns. Als er dann sechs wurde, trennten sich sein Vater und ich, und mit acht Jahren war dann die Scheidung durch. Deshalb weiß mein Sohn heute mehr über Scheidungen und Untreue, als es ein Kind in seinem Alter jemals sollte. Und das ärgert mich.

Die Gedanken, die wir als Kinder haben, prägen unsere Werte und beeinflussen unser Verhalten als Erwachsene. Als Drittklässler ist mein Sohn wirklich weit vom heiratsfähigen Alter entfernt. Er hatte bis jetzt noch nicht einmal eine Freundin. Im Moment bin immer noch ich die wunderbarste Frau in seinem Leben – jedenfalls sagt er mir das.

Mir ist klar, dass diese Tage schon jetzt gezählt sind – aber so soll es ja auch sein. Eines Tages wird mein Sohn die Frau treffen, die er heiratet. Und ich werde nicht mehr sein Ein und Alles sein.

Nach der Untreue meines Mannes und der darauf folgenden Scheidung habe ich das Gefühl, meinem Sohn ein paar Ratschläge mitgeben zu können, wenn er vor den Altar tritt.

Sie sind eigentlich ganz einfach, aber leider nicht selbstverständlich:

1. Behandle deine Frau wie deine beste Freundin.

Wahrscheinlich kanntest du sie schon lange, bevor ihr Eltern wurdet. Und wenn ihr es richtig anstellt, wirst du sie auch noch kennen, wenn eure Kinder schon aus dem Haus sind. Auch wenn ihr nicht verwandt seid, wie du es mit deinen Eltern, Geschwistern oder Kindern bist: Ihr teilt etwas noch Stärkeres – Hingabe.

Denn du hast sie ausgesucht und sie dich. Aus all den Menschen, die es auf der Welt gibt, habt ihr zwei euch gewählt - und versprochen, euch und eure Beziehung über alles andere zu stellen.

Also behandle deine Frau auch so. Mache sie zu deiner Vertrauensperson und Priorität. Achte darauf, eure Beziehung nicht zu gefährden, indem du sie betrügst oder sie bloßstellst. Somit gibst du übrigens anderen Menschen die Gelegenheit, das Gleiche zu tun. Genau so rücksichtsvoll sollte sie natürlich auch mit dir umgehen.

2. Sei ein echter Partner.

Eng mit dem ersten Punkt verbunden ist die Bereitschaft, in einer Beziehung gleichberechtigt miteinander umzugehen. Ein Partner zu sein bedeutet, auf die Gefühle und Grenzen deiner Frau zu achten. Es bedeutet, zuzuhören. Und zu verstehen, dass deine Frau auch mal müde, krank oder wütend sein wird.

Auch wenn ihr unterschiedliche Rollen in eurer Ehe und der Kindererziehung einnehmt, sollte keine wichtiger als die andere gewertet werden. Soll eine Ehe erfolgreich sein, dann sollte beiden Partnern der Wert des anderen bewusst sein.

3. Sag deiner Frau oft, dass du sie liebst und anerkennst.

Möchte man eine Ehe oder jede andere romantische Beziehung am Leben halten, ist es wichtig, sich regelmäßig zu sagen, was man füreinander empfindet. Sonst ist die Gefahr von Missverständnissen groß.

Bist du liebevoll, freut das nicht nur deine Frau. Auch du selbst merkst so, ob eure Beziehung noch die ist, die du führen willst – und stehst nicht irgendwann vor Problemen, derer du dir gar nicht bewusst warst. Außerdem wirst du auch mehr Liebe zurückbekommen. Die regelmäßigen Geständnisse werden euch einander viel näher bringen als ihr es wärt, wenn ihr nur zwischen den Zeilen lesen und Annahmen über die Gefühle des anderen anstellen würdet.

Jeder möchte geliebt werden und wissen, dass er jemandem etwas bedeutet. Schon ein paar Worte können deine Frau unheimlich glücklich machen – und du wirst es auch sein, wenn sie es dir zurückgibt. Tut sie es nicht, weißt du, wo du stehst. Und kannst entsprechend handeln.

4. Sei treu.

Wenn du nicht glücklich bist oder das Gefühl hast, dass etwas in eurer Beziehung fehlt, dann rede darüber mit deiner Frau. Versuche nicht, dir außerhalb der Ehe Linderung zu verschaffen. Entscheidet ihr euch für letzteren Weg, könnt ihr euer Selbstbewusstsein und das Vertrauen ineinander irreparabel beschädigen.

Stellt sich aber heraus, dass ihr eure Probleme nicht lösen könnt oder einfach unglücklich miteinander seid (und das ist erlaubt), trennt euch mit Würde. Nicht wie Feiglinge, die sich still davonstehlen.

Denke daran: Das einzige Verhalten, das man beeinflussen kann, ist das eigene. Sei ein Beispiel. Deine Kinder schauen zu.

5. Respektiere die Mutter deiner Kinder, auch wenn sie nicht mehr deine Frau ist.

Ob du willst oder nicht: Bekommen du und deine Frau Kinder, seid ihr für immer miteinander verbunden. Egal, wie du mal über deine Frau denkst: Sie wird deinen Kindern immer noch die Welt bedeuten. Behandelst du sie ohne Respekt, missachtest du sie oder kümmerst du dich einfach nicht darum, wie es ihr geht, verletzt du nicht nur die Person, die einmal alles für dich war. Du wirst auch deinen Kindern erheblich damit schaden.

Kinder, die erleben, dass ein Elternteil dem anderen weh tut, nehmen ihm das nicht nur übel. Es beeinflusst auch ihre eigenen Verhaltensmuster in zukünftigen Beziehungen.

Es ist nicht schwer, höflich und rücksichtsvoll mit seinem Ex-Partner umzugehen. Die Anerkennung dafür wird es belohnen.

Eine Ehe ist keine Garantie – es gibt auch keine Anleitung dafür. Aber wenn wir uns beim Schließen einer Ehe bewusst sind, was für einen Einfluss wir auf die andere Person haben können, können wir sie glücklicher machen – und uns selbst gleich mit.

Wenn es dann nicht klappt, wissen wir zumindest, dass wir es probiert und uns würdevoll und respektvoll dabei verhalten haben.

Sollte ich mich jemals entscheiden, wieder zu heiraten, will ich auf meine eigenen Worte hören. Die Erfahrungen aus meiner ersten Ehe haben mich positiv verändert.

Letztendlich können wir uns für unser Verhalten entweder schuldig fühlen – oder eben applaudieren. Das entscheiden wir selbst.

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