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05/06/2014 08:09 CEST | Aktualisiert 05/06/2014 09:05 CEST

Debatte um Faschismus in der Ukraine: Anton Hofreiter rastet im Bundestag aus

Phoenix

Eigentlich ist Anton Hofreiter, Fraktionschef der Grünen im Bundestag, eher für die leisen Töne bekannt. Der promovierte Botaniker gilt als Pragmatiker; böse Zungen behaupten manchmal, sein Auftreten sei zu betulich für einen Spitzenpolitiker. Davon war am Mittwoch im Bundestag jedoch nichts zu spüren. Hofreiter rastete während einer Bundestagsdebatte zum Thema Ukraine regelrecht aus.

Was war passiert? Eigentlich wollte Andrej Hunko (Linke) auf eine Aussage des Unionsabgeordneten Andreas Schockenhoff intervenieren. Dabei sagte Hunko, dass im Plenum mehrfach „das Problem mit den Faschisten“ in der Ukraine relativiert worden sei. Anlass war offenbar das schlechte Abschneiden der rechtsextremen Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine, die gemeinsam auf etwa zwei Prozent der Stimmen kamen.

Hofreiter verstand das als Kritik an den eigenen politischen Werten. Er wehrte sich lautstark gegen den Vorwurf, er verharmlose das Problem des Rechtsextremismus in der Ukraine. „Es hat hier überhaupt niemand gesagt, dass dies kein Problem ist“, rief er Hunko zu. Als der seinen Vorwurf bekräftigte, schlug Hofreiter auf seinen Abgeordnetentisch und brüllte: „Jetzt langt’s aber wirklich mal! Sie haben ja überhaupt keinen Anstand.“ Hofreiter war kaum zu bremsen, er schimpfte wüst auf Hunko ein. Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn (SPD) versuchte zu schlichten. Mit eher mäßigem Erfolg.

Jetzt kursieren Ausschnitte der Debatte über den "Ausraster von Anton Hofreiter" im Netz. Die Diskussionen sind ebenso deftig wie die im Bundestag.

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