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23/05/2014 07:46 CEST | Aktualisiert 23/05/2014 07:48 CEST

US-Modekette Abercrombie & Fitch verabschiedet sich von der bizarren Bauchmuskel-Besessenheit

Dieser Anblick wird bei Abercrombie & Fitch in Zukunft selten(er)
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Dieser Anblick wird bei Abercrombie & Fitch in Zukunft selten(er)

abercrombie

Sorry, Mädels: Es ist vorbei mit den Bauchmuskeln bei Abercrombie & Fitch.

In einem Interview mit „Bloomberg News“ kündigte Firmenchef Mike Jeffries große Veränderungen an: Das Unternehmen wird offenbar nicht nur auf die „allgegenwärtigen Fotos von Bauchmuskeln“ verzichten, wie es "Bloomberg" ausdrückte, sondern auch weniger Parfüm in die Luft der Filialen spritzen. Und die auffallend laute Musik in den Stores soll ebenfalls ein wenig herunter gepegelt werden.

Inwieweit sich die Ankündigungen für die USA auch in Deutschland auswirken, ist unklar. Gibt es in München, Hamburg und Düsseldorf bald auch keine halbnackten jungen Männer-Models vor den Filialen mehr? Werden die Einkaufstüten mit den Sixpacks in den Müll geschmissen? Auf eine HuffPost-Anfrage reagierte das Unternehmen bisher nicht.

Alles anders bei Abercrombie & Fitch

Die Marke wird, das war bereits Ende vergangenen Jahres bekannt geworden, zukünftig auch Kleidung in größeren Größen anbieten. Eigentlich sollte das normal sein, für Abercrombie & Fitch ist das hingegen ein radikaler Sinneswandel - denn in den vergangenen Jahren war Jeffries häufiger negativ aufgefallen, weil er sich abwertend gegenüber Übergewichtigen äußerte. 2006 hatte er dem Onlineportal „Salon“ gesagt, dass er seine Kleidung nur an „coole und gut aussehende Leute“ verkaufen wolle.

Und damit nicht genug: Auch die Tradition, keine schwarze Kleidung zu verkaufen, gibt Abercrombie & Fitch in den USA auf. Dabei soll Jeffries diese Farbe so sehr hassen, dass er sich lange weigerte, mit Textilien dieser Farbe zu handeln. Angestellte mussten ebenfalls darauf verzichten. Und auch was die großen Firmenlogos auf der Kleidung betrifft, will der Konzern künftig umdenken.

Der 69-Jährige scheint da mittlerweile flexibler geworden zu sein: „Der Käufer verändert sich und wir sind bereit, uns mit ihm zu ändern“, sagt er in dem Interview. Das betrifft wohl auch die Firmenstruktur, denn Jeffries verkündete weiter, dass er einen Teil seiner Macht in der Firma weitergeben wird.

Schlechte Verkaufszahlen

Im Marketing setzt "A&F" ebenfalls auf einen neuen Kurs. Die Marke soll zukünftig von bekannten Instagram-Nutzern und Mode-Bloggern unterstützt werden.

Die Reformfreudigkeit kommt nicht von ungefähr: Die Verkaufszahlen waren 2013 stark eingebrochen und die ehemals so angesagte Marke muss um ihre Relevanz bangen. Allein im Februar musste Abercrombie einen Verlust von 58 Prozent melden. Ein Grund, weshalb das Unternehmen seine Preise merkbar senkte. Vor allem Teenager greifen immer häufiger zu der deutlich billigeren Mode von Forever 21 und H&M. Der Trend dürfte sich sogar noch verschärfen, wenn Primark - wie angekündigt - in den US-Markt einsteigt.

„(Abercrombie) war einmal ein sehr beliebter Jugendmode-Händler, das ist jetzt vorbei“, sagte der Handelsanalytiker Eric Beder der Huffington Post im Februar. Nicht nur die Läden von Abercrombie & Fitch sind düster - auch die Zukunftsprognosen des Unternehmens.

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