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23/04/2014 06:29 CEST | Aktualisiert 09/01/2017 07:19 CET

7 unerwartete Gründe dafür, dass Sie ständig Hunger haben

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung - und haben trotzdem Hungerattacken? Manchmal liegen die Ursachen in Angewohnheiten, die Ihnen im Alltag gar nicht weiter auffallen.

Über folgende Punkte lohnt es sich einmal ausgiebiger nachzudenken:

1. Das Kleingedruckte auf dem Beipackzettel

Was Sie vielleicht hungrig macht: Eine Nebenwirkung vieler Medikamente – hormonelle Verhütungsmittel, bestimmte Antidepressiva, Corticosteroide, manche Allergie-Mittel – ist ungezügelter Appetit. Für die meisten von uns ist das kein großes Problem, aber fünf bis zehn Prozent aller übergewichtigen Menschen seien aufgrund ihrer Medikamente fettleibig geworden, sagt der amerikanische Arzt Louis Aronne, Direktor des Gewichts-Management-Center des Weill Cornell Medical Colleges.

Das kann man dagegen tun: Manchmal ist ein anderes Medikament genauso effektiv und die Nebenwirkungen eher in Ihrem Interesse (Dr. Aronne führt als Beispiel auf, dass manche Diabetes-Medikamente Patienten beim Abnehmen geholfen haben). Fragen Sie Ihren Arzt, was Sie für Optionen haben.

2. Das Gemüse in Ihrer Vorratskammer

Was Sie vielleicht hungrig macht: Gemüse ist der Freund des Ernährungsbedachten... Es sei denn, es kommt aus einer Konservendose oder anderen Verpackung, die die Chemikalie Bisphenol A (BPA) enthält. Manche Wissenschaftler klassifizieren es als „Obesogen“, eine neue Klasse industrieller Inhaltsstoffe, die verdächtigt werden, Stoffwechselprozesse zu verändern und bei manchen Leuten zur Gewichtszunahme zu führen.

Es gibt verschiedene Theorien darüber, warum BPA sich so auf den Organismus auswirkt. Eine besagt, dass der Körper die Chemikalie als Hormon einstuft und dies körpereigene Stoffe (wie Leptin) behindert, die das Sättigungsgefühl steuern.

Das kann man dagegen tun: Wenn Sie kein frisches Gemüse zur Verfügung haben, einfach auf die tiefgekühlte Variante zurückgreifen und dabei darauf achten, dass diese kein Bisphenol enthält.

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3. Die Kälte vor Ihrer Tür

Was Sie vielleicht hungrig macht: Ein saftiger Schweinebraten ist im Winter einfach verführerischer als ein leichter Salat. Wissenschaftler streiten sich, warum das so ist. Dr. Ira Ockene, Professorin an der University of Massachusetts Medical School, sagt, dass wir von primitiven Impulsen angetrieben würden, die auf das Sammeln von Kalorien ausgerichtet sind. Ihrer „Hamstertheorie“ zu Folge speichern Menschen an kalten Tagen 86 Kalorien mehr als an heißen. Andere sagen, dass wir einfach mehr Energie brauchen, um unsere Körpertemperatur zu halten.

Das kann man dagegen tun: Packen Sie sich warm ein, bevor Sie essen, besonders wenn Sie in ein Restaurant gehen.

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4. Die Angewohnheit, mit der Sie Zeit sparen

Was Sie vielleicht hungrig macht: Am Schreibtisch zu essen ist zwar effizient, die Waage dankt es Ihnen aber nicht. Eine Studie des Wissenschafts-Magazins „American Journal of Clinical Nutrition“ zeigte, dass Probanden doppelt so viel aßen, wenn sie vor einem Computer statt einem Tisch saßen. Außerdem erinnerten sie sich nicht gut daran, was sie gegessen hatten und aßen am gleichen Tag mehr als sonst.

Das kann man dagegen tun: Ganz einfach: der Versuchung widerstehen, am Schreibtisch zu essen.

5. Das Getränk in der Mittagspause

Was Sie vielleicht hungrig macht: Sind zuckerhaltige Getränke daran schuld, dass wir zu viel naschen? Fettleibigkeits-Experte Dr. Robert H. Lustig hat in Experimenten gezeigt, dass exzessiver Zucker-Konsum das Sättigungsgefühl blockiert. Eine Studie der Universität Yale zeigte mit Hilfe von Hirnscans, dass die Hirnregionen von Erwachsenen, die für das Sättigungsgefühl zuständig sind, nach dem Konsum von zuckerhaltigen Getränken weniger aktiv waren. Wie Lustig folgerten die Yale-Wissenschaftler daraus, dass Zucker den Appetit eher ankurbelt als zügelt.

Das kann man dagegen tun: Trinken Sie beim Essen Wasser mit einer Zitronenscheibe, und wenn Sie Lust auf Nachtisch haben, greifen Sie zu. Das ist besser als eine Cola zu schlürfen und dann noch eine Zimtschnecke nachzuschieben.

6. Gendertypische Gelüste

Was Sie vielleicht hungrig macht: Frauen tendieren laut Studien dazu, vor ihrer Periode 100 bis 200 mehr Kalorien zu sich zu nehmen. Meist in Form von Süßigkeiten. Der Grund dafür ist wahrscheinlich ihr erhöhter Progesteron-Spiegel während dieser Zeit. Die Nasch-Lust befällt auch häufiger Frauen, die unter anderen Beschwerden wie Krämpfen leiden.

Das kann man dagegen tun: Entspannen und seine Hormone nicht verfluchen. Eine Weight-Watchers-Studie kommt zum Schluss, dass in dieser Phase auch der Stoffwechsel etwas schneller (fünf bis zehn Prozent) arbeitet. Wenn man seinen Lebensstil also während dieser kritischen Tage nicht verändert und beispielsweise wie gewohnt Sport macht, lässt sich eine Gewichtszunahme verhindern.

7. Die Nachtschicht bei der Arbeit

Was Sie vielleicht hungrig macht: Studien aus der ganzen Welt haben gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen einem erhöhten BMI und zu wenig Schlaf besteht. Klar, je weniger man schläft, umso mehr Zeit hat man unter anderem, um zu essen.

Der Grund für die ungewollten Speckröllchen könnte aber auch hormonell bedingt sein. In einer Studie von 2004 schliefen die Probanden über einen längeren Zeitraum nur vier Stunden. Ihr Leptin-Spiegel sank, der des „Hunger-Hormons“ Ghrelin stieg, und sie gaben an, dass ihr Hungergefühl fast ein Viertel stärker war als vor dem Experiment. Auch gelüstete es die Studienteilnehmern vor allem nach süßen, salzigen und stärkehaltigen Lebensmitteln.

Das kann man dagegen tun: Gewichtsverlust-Experten sagen, dass Schlaf allein noch nicht schlank macht. Aber natürlich hilft er, das Verlangen nach Süßem und Fast-Food in Schach zu halten.

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