WIRTSCHAFT
02/04/2014 11:38 CEST | Aktualisiert 02/04/2014 15:39 CEST

Kunden, die auf Tablets starren: Wie Galeria Kaufhof Verkäufer überflüssig macht

Kaufhof-Chef Lovro Mandac bei der Tablet-Präsentation in Köln
dpa
Kaufhof-Chef Lovro Mandac bei der Tablet-Präsentation in Köln

KÖLN - Die Warenhauskette Kaufhof setzt künftig auf 1100 internetfähige Tablets in den Filialen, um Kunden den Einkauf zu erleichtern. Nach einer Testphase sollen sogar 12.000 Tablets als Einkaufshilfen in den Filialen herumliegen.

Ist etwa die gewünschte Bettwäsche gerade nicht verfügbar, sollen Verkäufer oder Kunden ab dem Sommer schnell auf dem Tablet nachschauen, ob das Produkt noch im Lager liegt.

Kauhof-Verkäufer werden praktisch überflüssig

Ist es ausverkauft, kann das gewünschte schnell bestellt werden. Das Tablet zeigt natürlich auch eine Bettwäsche auf galeria.de an, die im Laden gar nicht angeboten wird, aber dem Kunden trotzdem gefallen könnte. Die gewünschte Ware kann der Kunde sich dann nach Hause oder in die Filiale schicken lassen.

Die Kunden sollen selbst entscheiden können, ob sie mit dem Tablet allein im Kaufhaus unterwegs sein oder sich von einem Verkäufer beraten lassen wollen. Da viele ersteres tun dürften, könnte das viele Verkäufer praktisch überflüssig machen. Kaufhof dementiert, dass die Tablets Mitarbeiter überflüssig machen.

Angst vor Tablet-Diebstählen hat Kaufhof übrigens nicht. Die Tablets können angeblich "aufgrund ihrer besonderen Konstruktion und Software" außerhalb der Warenhäuser nicht verwendet werden, berichtet die "Welt".

Tablet-Offensive für Umsatzwachstum im Online-Geschäft

„Das Tablet wird der Renner. Die Regale werden erweitert und wir können auch auf die Lager unserer Lieferanten zugreifen", sagte Kaufhof-Chef Lovro Mandac laut der Fachzeitschrift "Textilwirtschaft" bei der Präsentation in Köln.

Hintergrund der Tablet-Offensive: Das Online-Geschäft von Galeria Kaufhof soll in wenigen Jahren kräftig wachsen. 300 Millionen soll der Internet-Umsatz in den kommenden drei bis fünf Jahren betragen, in den vergangenen Jahren waren es gerade mal 50 Millionen. Die Warenhäuser des Unternehmens sollen außerdem modernisiert werden. 100 Millionen Euro werden dafür veranschlagt. In Deutschland betreibt Kaufhof derzeit 105 Warenhäuser und 17 Sporthäuser.

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