POLITIK
31/03/2014 18:02 CEST | Aktualisiert 01/04/2014 07:38 CEST

Pannenflughafen BER soll acht Milliarden Euro kosten - Eröffnung frühestens 2017 (UPDATE)

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BER-Chef Hartmut Mehdorn

BERLIN - Der Bau des neuen Hauptstadt-Flughafen BER wird nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe) noch teurer als bislang erwartet. Die Kosten werden sich auf rund acht Milliarden Euro belaufen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf mehrere hochrangige Quellen. Unter anderem taxiere das für den Bau zuständige Fachreferat im Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg die Kosten für den BER mittlerweile auf bis zu 8 Milliarden Euro. Erst vor wenigen Monaten hatte es geheißen, der Bau des Flughafens könne rund sechs Milliarden Euro kosten.

Wie die "Bild"-Zeitung weiter schreibt, ist der Eröffnungstermin völlig ungewiss. Der Flughafen werde voraussichtlich nicht vor 2017 eröffnet werden können, hieß es. Grund seien weiterhin "gravierende Mängel". Demnach werde sogar erwogen, den Flughafen komplett neu zu bauen. Wie die Zeitung schreibt, gebe es bislang keine Baudokumentation. Daher sei den Verantwortlichen weiterhin nicht bekannt, was wo und wie gebaut wurde.

Die Planabweichungen und Fehlbauten seien "so gravierend, dass eine Reparatur oder ein Umbau nicht genügt", zitiert die Zeitung eine mit den Vorgängen vertraute Person. Es existiere demnach "keine Übersicht über Umplanungen". Die meisten Daten und Kosten, die BER-Chef Hartmut Mehdorn nenne, basierten auf "puren Schätzungen". Die Flughafengesellschaft wollte gegenüber der "Bild"-Zeitung keinen Kommentar abgeben.

Update vom 1. April 2014: Der Vize-Aufsichtsratschef des neuen Hauptstadtflughafens, Rainer Bretschneider, hat den "Bild"-Bericht über eine weitere Kostenexplosion bei dem Projekt zurückgewiesen. "Ich würde sagen: Aprilscherz", sagte Bretschneider am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. "In den Aufsichtsratsunterlagen stehen nirgendwo solche Zahlen." Der Berliner Senatssprecher Richard Meng sagte: "Ich kommentiere nicht jeden Unsinn."

Er kenne aber auch nicht jedes interne Papier der Flughafengesellschaft, sagte Bretschneider (SPD), der als Flughafenkoordinator in der brandenburgischen Staatskanzlei arbeitet. Möglicherweise seien die schon genehmigten, aber noch nicht geplanten zwei Satellitengebäude für das Terminal eingerechnet. Bretschneider sagte, an diesem Donnerstag tage der Finanzausschuss des Aufsichtsrats. Die Mehrkosten für das Projekt tragen die drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund.