VIDEO
26/03/2014 13:04 CET | Aktualisiert 26/03/2014 18:36 CET

Y-Titty und Co.: Ist YouTube mit Schleichwerbung verseucht?

Getty

Fast vier Stunden täglich verbringen die 14- bis 29-Jährigen laut ARD- und ZDF-Onlinestudie täglich im Internet. 237 Minuten, um genau zu sein. Aufs Fernsehen verwendet diese Altersgruppe dagegen nur 126 Minuten pro Tag.

Für die auf Fernsehen spezialisierte Werbeindustrie ist so etwas extrem ärgerlich. Die Münchner Firma Mediakraft Networks dagegen hat sich darauf eingestellt. Sie wirbt damit, dass sie die Produkte ihrer Kunden genau in diesem neuen Umfeld positionieren könne. Ihre Youtube-Stars hätten die Bildschirme erobert: „Y-Titty, ApeCrime oder Daaruum sind die Idole für eine ganze Generation. Bringen Sie ihre Produkte in dieses hochattraktive Werbeumfeld!“, heißt es auf der Internetseite der Firma.

Y-Titty ist ein Comedytrio mit 2,9 Millionen Abonnenten auf Youtube. ApeCrime sind ebenfalls Komiker mit 1,2 Millionen Abonnenten und Daaruum eine Schauspielerin namens Nilam Farooq mit gut 700.000 Abonnenten.

In den Videos der Youtube-Stars ist zum Beispiel zu sehen, wie Y-Titty mit einem Samsung-Handy auf einem Festival herumalbern, fotografieren (was der Beschreibung nach tolle Bilder ergibt) und das Handy runterwerfen (was nach der Beschreibung aber gar nichts macht). Zu Beginn des Videos sagen Y-Titty sinngemäß, Samsung sei so freundlich gewesen, ihnen die Fahrt zum Festival anzubieten, und sie hätten das Angebot für den kostenlosen Besuch gern angenommen. Die Firma habe ihnen auch das Handy "mit auf den Weg gegeben".

Die Rechercheure der SWR-Sendung „Report Mainz“ finden, die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung der Produktplatzierungen erfolge in diversen Videos der Gruppe „eher dezent“. Y-Titty-Mitglied Matthias Roll sagte dem TV-Magazin dazu: „Wenn die’s erkennen, dann ist es ja okay. Aber wenn wir das gut platzieren, was ja eigentlich das Coolste an der Werbung ist, wenn man Werbung platziert, die man nicht sofort erkennt, dann muss man das auch nicht unter die Nase reiben.“

So weit, so fragwürdig.

Spannend ist allerdings, was „Report Mainz“ sonst noch herausgefunden hat: Eine junge Frau sagte den Rechercheuren, Werbung von Mediakraft solle als eigene Meinung verkauft werden. Unterlagen sollen ihre Aussage untermauern.

Mediakraft dementierte den Vorwurf illegaler Praktiken gegenüber „Report Mainz“.

Inzwischen prüft die Regierung von Mittelfranken, die bayernweit für solche Fälle zuständig ist, ob in den in der Sendung gezeigten Youtube-Videos unzulässige Schleichwerbung betrieben wird - konkret, ob die Videos gegen Paragraf 7 Absatz 7 des Rundfunkstaatsvertrages verstoßen - und welche Firma der Mediakraftgruppe verantwortlich ist. Das hat die Behörde der Huffington Post bestätigt. Wann ein Ergebnis vorliegt, könne man derzeit noch nicht sagen.

Auch auf HuffingtonPost.de: Singende Nonne bei "The Voice of Italy" wird zum YouTube-Star

KORREKTUR: In einer ersten Version des Artikels wurde fälschlich die Sendung "Monitor" statt "Report Mainz" genannt.

UPDATE 19.30 Uhr: Der Artikel wurde um die Stellungnahme der Regierung von Mittelfranken ergänzt.

Auch auf HuffingtonPost.de: Sexy Hollywood-Schauspieler mit Glatze

Photo galleryGlatze ist sexy! See Gallery