LIFE
22/02/2014 05:18 CET | Aktualisiert 09/07/2014 08:20 CEST

Der Rucola-Effekt: Warum Grünkohl als "Trend aus New York" in Deutschland plötzlich hip wird

In den USA ist Grünkohl schon der letzte Schrei.
thinkstock.com
In den USA ist Grünkohl schon der letzte Schrei.

Zugegeben, in Deutschland ist Grünkohl nicht gerade die Sexbombe unter den Gemüsen. Das war die Rauke aber auch nicht - bis sie als Rucola ihre Renaissance erlebte und mit einem Schlag die deutschen Speisekarten eroberte. In den USA ist genau das mit dem Grünkohl passiert. Von New York bis San Francisco ist "Kale" aus keinem trendigen Restaurant mehr wegzudenken. Im Internet erschlägt einen die Fülle an Blogeinträgen und Artikeln förmlich, die das grüne Gemüse als neu entdeckte Offenbarung hochleben lassen. „Vergessen Sie Filet Mignon oder Kaviar“, schreibt die "New York Times" euphorisch. “Das neue In-Gericht ist ein einfacher Grünkohlsalat.”

Wie? Die bei uns als Hausfrauen-Gemüse verpöhnte Kohlsorte versetzt seit Monaten eine ganze Nation in helle Begeisterung? Ja! Denn der hippe Amerikaner isst den Kohl nicht wie wir als matschige Beilage zu Kasseler und Kartoffelbrei, sondern als knackig-frischen Salat mit Zitronendressing. Es ist ganz klar: Der Grünkohl braucht einfach nur einen Imagewandel, dann hat er das Potential, für die Deutschen der neue Rucola zu werden.

Und Grünkohl kann so einiges. Aus diesen Gründen sollten wir ihn fest in unseren Speiseplan aufnehmen:

1. Unheimlich gesund

Roher Grünkohl zählt mit ca. 105–150 mg/100 g zu den Vitamin-C-reichsten Lebensmitteln überhaupt. Bereits eine Tasse Grünkohl deckt mehr als 100 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin C. Neben Vitaminen enthält das Wintergemüse besonders viele Nährstoffe und hat einen hohen Kalziumgehalt, was gut für Zähne und Knochen ist.

2. Perfekt in der Schwangerschaft

Grünkohl enthält viel Folsäure. Die wird zur Zellteilung benötigt. Schwangere Frauen sollten daher darauf achten, Lebensmittel mit einem hohen Folsäureanteil zu essen. Da ist der Grünkohl die ideale Wahl.

salat

3. Ideal gegen das schlechte Gewissen vor dem Fernseher

Sie greifen verschämt und von Selbstzweifeln geplagt alle zwei Minuten in die Tüte mit den Kartoffelchips? Das geht auch anders: Getrocknete, gewürzte Grünkohlchips sind wesentlich gesünder als Kartoffelchips und genauso lecker. Und Sie müssen sich keine Sorgen mehr um ihre Figur machen.

saft

4. Sehr vielseitig

Auch wenn die Deutschen das noch nicht so wirklich mitbekommen haben - Für Grünkohl gibt es viel mehr Zubereitungsarten als der matschige, unattraktiv moosgrüne Haufen neben dem Braten. Als Saft mit Gurke, Sellerie und Spinat zum Frühstück, als erfrischender Salat mit Pecorino und Minze zum Mittagessen und getrocknet als Snack zum Filmabend. Grünkohl ist vielseitig einsetzbar.

Und es gibt jede Menge Rezepte und Ideen. Zum Beispiel für Smoothies...

5. Die New Yorker waren immer schon Trendsetter

Natürlich ist nicht alles toll, was an Trends aus den USA nach Europa schwappt. Aber kulinarisch haben gerade die New Yorker schon immer ein feines Näschen gehabt. Man mag von dem Übersee-Rohkost-Hype halten, was man möchte, aber ihm verdanken wir die Idee, dass man nicht alles bis zur Vernichtung jeglicher Vitamine einkochen muss.

Wenn Sie jetzt ebenso angefixt sind wie wir, ist hier gleich die erste Rezeptidee.

KORREKTUR: In einer ersten Version des Textes wurde ein Bild verwendet, das keinen Grünkohl zeigte.