POLITIK
21/02/2014 02:11 CET | Aktualisiert 21/02/2014 06:49 CET

Eklat in Talkshow: AfD-Chef Lucke verlässt Talkshow von Michel Friedman

Getty
AfD-Chef Lucke

Nur elf Minuten vergingen, bis AfD-Chef Bernd Lucke seinen Auftritt in der Sendung „Studio Friedman“ durch einen vorzeitigen Abtritt beendete. Offenbar behagte ihm die Art und Weise nicht, wie N24-Moderator Michel Friedman bei ihm nachhakte. Es ging um ein heikles Thema: die Abgrenzung der Alternative für Deutschland (AfD) nach rechts.

Friedman konfrontierte Lucke mit einem angeblich so gefallenen Zitat der AfD-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Beatrix von Storch. Sie soll gesagt haben: „Multikulti hat die Aufgabe, die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen.“ Friedman wollte wissen: „Wenn das nicht Rassismus ist, was ist dann Rassismus?"

Sendung kommende Woche zu sehen

Die Sendung wird erst kommende Woche ausgestrahlt, deswegen gibt es bisher zum weiteren Gesprächsverlauf nur die Stellungnahmen der Beteiligten. Nach Angaben des Senders N24 wich Lucke wiederholt aus, und Friedman versuchte, eine präzise Antwort von dem Politiker zu bekommen. Daraufhin habe Lucke die Sendung verlassen.

Die AfD hingegen stellt den Vorfall als einen Akt der Notwehr dar. In einer Pressemeldung mit der Überschrift „Lucke lässt Friedman stehen“ heißt es: „Friedman beharrte auf wertende Fragen, doch wollte er anscheinend die erläuternden Antworten von Herrn Lucke nicht hören, da er immer wieder zu seiner einseitig formulierten Ausgangsfrage auf unverhältnismäßig penetrante Art zurückkehrte.“

Lucke selbst sieht sich durch die Nachfragen Friedmans als Opfer von Kampagnenjournalismus. „Seriöse Moderation sieht anders aus. Ein Moderator hat sicherlich die Aufgabe, den Dingen möglichst auf den Grund zu gehen. Doch nicht, in dem er unliebsame Antworten auf unseriöse Art unterbricht und dem Gefragten nicht einmal einen einzigen Antwortsatz zubilligt“, so der AfD-Chef.

Auf den Inhalt von Friedmans Frage geht die AfD in dem Pressetext nicht ein. Nach Bekanntwerden des Vorfalls bekam Lucke jedenfalls Applaus von Rechtsaußen. Der Blogger Christian Reinboth veröffentlichte Screenshots einer Diskussion auf der Facebook-Seite der rechtskonservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Darin wird Lucke in Schutz genommen, Friedman dagegen mit übelsten antisemitischen Hetzparolen belegt. Es scheint, als habe Lucke ein paar neue Anhänger bekommen, die sich kein Demokrat ernsthaft wünschen sollte.

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