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19/02/2014 14:29 CET | Aktualisiert 27/03/2014 08:21 CET

The Dash: Die Kopfhörer der Zukunft sind das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt Europas

Das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt Europas kommt derzeit aus Deutschland: The Dash. Der Alleskönner unter den Kopfhörern ist Headset, Mp3-Player und Fitnesstracker in einem. Kurzum: The Dash ist längst nicht mehr nur ein Kopfhörer, er ist mehr eine Art Mini-Computer, den man im Ohr trägt.

bragi the dash

Crowdfunding ist ein neuer Weg für Start-Ups, um zu testen, ob ihre Idee bei den Konsumenten überhaupt Anklang findet. Die zukünftigen Kunden investieren dabei in eine Idee oder ein Konzept. Falls das Projekt erfolgreich verwirklicht wird, sind die Unterstützer die ersten, die das Produkt nach Hause geliefert bekommen.

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Nikolaj Hviid (links) und Marijo Sarac von Bragi

Der Kopfhörer The Dash vom Münchner Start-Up Bragi wird gerade über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert. Die The-Dash-Macher haben bereits über 1,5 Millionen Euro gesammelt. Nikolaj Hviid, der Mann hinter dem Projekt, war früher Geschäftsführer der Designagentur Designit. Für die Arbeit an The Dash gab der seit 15 Jahren in Deutschland lebende Däne seinen Job auf und versammelte 15 Kollegen und Freunde aus der ganzen Welt um sich. Ihre Mission: Gemeinsam wollen sie den Kopfhörer der Zukunft bauen.

The Dash spielt Musik ab – entweder vom Smartphone oder vom integrierten Mp3-Player. In Verbindung mit dem Smartphone sind die In-Ear-Kopfhörer auch als Bluetooth-Headset nutzbar. The Dash ist auch als Fitnesstracker nutzbar: Mit Hilfe von Sensoren messen die Kopfhörer im Ohr den Puls und die Sauerstoffsättigung im Blut. Die Ausgabe der Daten geht nicht nur übers Smartphone, sondern auch direkt per Audiosignal im Ohr. All diese Funktionen können Technikbegeisterte bald perfekt eingepasst in der Ohrmuschel tragen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten könnten jederzeit über neue Apps hinzukommen.

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3-D-gedruckte Prototypen für The Dash

„Wir haben The Dash so konzipiert, dass es kein Zubehör zum Handy ist“, sagte Hviid. In den In-Ear-Kopfhörern steckt eigentlich ein kleiner Computer, der sich bei Bedarf auch mit dem Smartphone verbinden lässt. Ähnlich wie die Smartbrille Google Glas, soll The Dash unsere Sinne erweitern. Doch selbst Hviid betonte: „Unser Produkt ist etwas, dass man nicht die ganze Zeit tragen sollte.“

In der Zukunft, glaubt Hviid, werden wir durch die Technik alle unsere Sinne durch Assistenten verbessern. Damit Nutzer sich aber nicht komplett von der Außenwelt abschirmen, kann The Dash per Knopfdruck leiser und die Geräusche der Umwelt lauter gestellt werden – die würden sonst wie bei anderen In-Ear-Kopfhörern abgeschirmt werden.

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Das bisher erfolgreichste Crowdfunding-Projekt für ein Gadget war die Smartwatch Pebble. Die Entwickler der Uhr erhielten über sieben Millionen Euro. Noch erfolgreicher war nur die Kampagne für das Computerspiel Star Citizen mit 27 Millionen Euro.

In Deutschland war bisher iCrane, ein modularer Kamerakran, mit 100.000 Euro gesammeltem Kapital das erfolgreichste Projekt. Mit Leichtigkeit übertraf das Münchner Start-Up Bragi diesen Betrag: Innerhalb von nur knapp zwei Wochen sammelten die Entwickler des Kopfhörers über zwei Millionen Euro. Sie sind damit nicht nur das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt Deutschlands, sondern sind auch in ganz Europa Spitzenreiter.

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Arne Loermann, Designer von The Dash.

„Wir sind der erste deutsche Kickstarter-Millionär", sagt Marijo Sarac, Verantwortlicher für Marketing und Verkauf. Nach seinen Prognosen könnte das Projekt die Zehn-Millionen-Dollar-Marke noch knacken und damit erfolgreicher als die Smartwatch Pebble werden. Die Kampagne für The Dash läuft immerhin noch 40 Tage.

Doch für die komplette Finanzierung würde sich eine Crowdfunding-Plattform wie Kickstarter nicht eignen, sagte Hviid. Für ihn sei Crowdfunding ein reines Marketing-Instrument. Allein mit dem Geld aus der Kickstarter-Kampagne sei ein Projekt wie The Dash nicht finanzierbar. Bereits für die Vorbereitung der Kampagne habe er viel von seinem eigenen Geld investiert.

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