LIFE
20/12/2013 07:00 CET

"Germany's next Topmodel": Der Verein "Pinkstinks" greift Heidi Klum an

Ärger um ihre Show: Heidi Klum wird von Aktivistinnen kritisiert
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Ärger um ihre Show: Heidi Klum wird von Aktivistinnen kritisiert

Frauenrechts-Aktivistinnen greifen Heidi Klum und ihre Show "Germany's next Topmodel" scharf an. "Im Moment möchten Mädchen lieber Model als Kanzlerin werden", sagt Stevie Schmiedel, Vorsitzende des Vereins "Pinkstinks" zu "Bunte.de". Ihr Verein kämpft gegen stereotype Geschlechterrollen in Werbung und Medien an. Klum vermittle mit der Show, dass mit viel Disziplin jedes Mädchen Topmodel werden könne. "Das ist natürlich Quatsch", sagt Schmiedel.

Außerdem schade die Sendung dem Körperbild ihrer jungen Zuschauerinnen. Das hätten Studien erwiesen. "Mittlerweile haben über 53 Prozent der deutschen Mädchen Probleme mit ihrem Selbstbild", sagt Schmiedel. 2006, als die Show startete, traf das nur auf 30 Prozent der Mädchen zu. Das Ideal der Kleidergröße 32/34 führe dazu, dass immer mehr Jugendliche Esstörungen entwickelten.

Gegenveranstaltung zum Finale der Show

"Pinkstinks" plant eine Gegenveranstaltung am Tag des nächsten "Germany's next Topmodel"-Finales. In Köln soll es eine Versammlung mit Livemusik und "spannendem Programm" geben. Schmiedel glaubt, dass ihre Öffentlichkeitsarbeit bereits Wirkung zeigt. Die neuen Werbekampagnen für die Show sollen dezenter sein als in früheren Jahren.

Die Kampagne "Pinkstinks" wurde 2008 in London gestartet. Der Name bedeutet übersetzt soviel wie "Rosa ist doof" und spielt darauf an, dass von allen Mädchen erwartet wird, diese Farbe zu mögen. Der Verein veröffentlicht unter anderem Listen mit geschlechtsneutralem Spielzeug. Er prangert öffentlich Firmen an, die Stereotypen bedienen. Und fordert Eltern dazu auf, Läden zu boykottieren, die rosa Produkte für Mädchen verkaufen. Der deutsche Ableger von "Pinkstinks" in Hamburg ist bisher der einzige Standort außerhalb Großbritanniens.