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12/12/2013 10:14 CET | Aktualisiert 18/12/2013 11:20 CET

Neue Technologie soll Gedanken lesen können

Ein japanisches Model führt den Prototyp der Neurocam vor
neurowear/YouTube
Ein japanisches Model führt den Prototyp der Neurocam vor

Unsere intensivsten Erlebnisse geschehen meistens in Momenten großer Gefühle - und sind dann schnell wieder vergangen. Doch die neueste Erfindung in der Lifelogging-Technologie macht es möglich, die aufregendsten Momente Ihres Lebens festzuhalten - und zwar in leicht bekömmlichen fünf Sekunden langen Gifs. Alles, was Sie dafür brauchen, ist eine Hightech Kopfbedeckung.

Entdecken Sie die Neurocam, den Prototyp eines Geräts, das auf Gefühlsimpulse reagiert und so, mit Hilfe eines Smartphones, das an den Kopf des Träger befestigt wird, Momente großer Gefühle festhalten kann. Das Gerät misst elektronische Impulse im Gehirn. Sind die in emotionalen Situationen besonders stark, startet das Gerät die Aufnahme, wenn die Lieblings-Mannschaft ein Tor schießt, zum Beispiel. Daraus entstehen dann kurze, fünf Sekunden lange Clips, die jeder anschließend über Facebook oder Twitter teilen kann.

Obwohl Neurocam frischen Wind in die Entwicklungen der Lifelogging-Technologie bringen könnte, müssen wir die Euphorie ein wenig bremsen: Der Werbespruch behauptet die Neurocam "erfasst Ihre Gefühle."

So ganz stimmt das nicht. Was die Neurocam tatsächlich macht, ist etwas plumper als das. Die Kopf-Kamera der Neurocam enthält einen electroencephalographischen (EEG) Ableser - ein Gerät, das kleinste elektrische Signale unseres Gehirns messen kann, dass es während des Denkens erzeugt. Dieser EEG-Leser erfasst dann Gefühle der Aufgeregtheit des Trägers, wenn diese elektrischen Signale einen Höchststand erreichen; das macht ihn zu einem zuverlässigen Indikator für Interesse - verleiht ihm aber kaum digitales Einfühlungsvermögen.

Der Kopfteil der Neurocam, der Gefühle erfasst und Gifs aufnimmt, wird von Neurowear entwickelt - einer japanischen Firma, die Technologie tragbar macht und schon im letzten Jahr das beliebte Katzen-Haarband Necomimi" hervorbrachte, das ebenfalls von Gefühlen gesteuert wird.

Ähnlich wie die Neurocam, nutzt Necomimi einen EGG-Leser, um die Konzentrationsebenen des Trägers zu erfassen und lässt anschließend die am Haarband angebrachten Katzenohren passend dazu zucken.

Neurocam ist nicht das erste Produkt, mit dem die Entwickler bei Neurowear versuchen, mit einer Kombination aus Gefühlsmessung und tragbarer Technik an den Erfolg von Necomimi anzuknüpfen. Bei der "South by Southwest" Convention diesen Sommer in Texas wurde Mico erstmals vorgestellt - Kopüfhörer, die abhängig von der Stimmung des Hörers dazu passende Musik spielen.

Bisher hat Neurowear noch kein Erscheinungsdatum für die Neurocam bekannt gegeben: das Unternehmen überlegt noch automatische Filter und eine "Mach-deine-eigenen-Gifs-Anleitung" hinzuzufügen, bevor sie das Produkt zum Kauf anbieten.