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11/12/2013 11:26 CET | Aktualisiert 20/11/2014 05:32 CET

Frau aus England darf in Scientology-Kirche heiraten

Eine Frau aus England hat sich das Recht erstritten, in einer Scientology-Kirche zu heiraten
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Eine Frau aus England hat sich das Recht erstritten, in einer Scientology-Kirche zu heiraten

LONDON - Eine britische Scientology-Anhängerin hat sich in England das Recht auf eine Hochzeit in einer Kapelle der Organisation erstritten. Der Oberste Gerichtshof in London entschied am Mittwoch, dass die Scientology-Kapelle ein "Ort und Treffpunkt der religiösen Verehrung" sei und damit dem Gesetz zufolge für Hochzeiten zugelassen. Religion dürfe bei der Definition nicht auf die Anbetung einer "höheren Gottheit" reduziert werden, denn dann werde zum Beispiel auch der Buddhismus ausgeschlossen, hieß es weiter zur Begründung. Scientology-Treffen hätten einen religiösen Charakter.

Grundlage war ein Gerichts-Urteil von 1970

Der Entscheidung war ein langer Rechtsstreit über mehrere Instanzen vorausgegangen, basierend auf einer Gerichtsentscheidung aus dem Jahr 1970, in der Scientology abgesprochen wurde, religiösen Charakter zu haben. Ob das neue Gerichtsurteil Auswirkungen auch auf andere Bereiche, etwa Steuervorteile für Religionsgemeinschaften hat, müsse nun geprüft werden, kündigte der für Stadt- und Gemeindeverwaltungen zuständige Staatssekretär Brandon Lewis an.

In Großbritannien können offizielle Eheschließungen im Rahmen von religiösen Zeremonien stattfinden, ohne dass das Paar noch einzeln bei der Stadtverwaltung heiraten muss. Voraussetzung ist, dass die jeweilige Kirche, der Ort der Heirat und der durchführende Priester von den Behörden anerkannt sind.

Scientology ist nur in wenigen Ländern als Religionsgemeinschaft anerkannt, darunter die USA und Schweden. In Deutschland wird die Organisation, die den Lehren des Science-Fiction-Autors L. Ron Hubbard (1911-1986) folgt, vom Verfassungsschutz beobachtet.