NACHRICHTEN
13/11/2013 05:47 CET

Leitender Staatsanwalt von Reggio Calabria: "Der Papst ist in Gefahr"

Muss Papst Franziskus die Mafia fürchten?
Getty
Muss Papst Franziskus die Mafia fürchten?

„Papst Franziskus macht die Finanzmafia nervös.“ Das sagt der leitende Staatsanwalt von Reggio Calabria Nicola Gratteri. „Sie arbeiten an einem Plan.“ Mit diesen Aussagen gegenüber dem italienischen Nachrichtenportal „ Il Fatto Quotidiano“ sendet Gratteri ein Alarmsignal in Richtung Vatikan. „Dieser Papst ist auf dem rechten Pfad. Er hat von Anfang an wichtige Signale gesendet mit seinem eisernen Kruzifix und seinen Mahnungen gegen den Luxus. Er ist konsequent, glaubwürdig und sein Ziel ist eine ‚Grundreinigung’ der Kirche.“

Das gefällt der Finanzmafia ganz und gar nicht. Denn sie investiert, wäscht und bezieht seit Ewigkeiten Geld der katholischen Kirche. „Sie hat sich ungehindert davon ernährt – mit dem Wissen der Kirche. Diejenigen, die sich bis heute mit Geld und Macht aus dem Vatikan bereichern, sind sehr unruhig und nervös. Papst Bergoglio verlegt die Zentren der wirtschaftlichen Macht des Kirchenstaats in den Vatikan. Wenn die Mafia-Bossi die Chance hätten, ihm ein Bein zu stellen und das zu verhindern, würden sie es tun.“

„Der Papst ist in Gefahr“

Nach Ansicht des Staatsanwalts von Reggio Calabria befindet sich der Papst in Gefahr. „Ich weiß nicht, ob das organisierte Verbrechen momentan in der Lage ist, zu handeln“, gibt Gratteri zu, „aber sie denken mit Sicherheit über ihre Möglichkeiten nach. Es könnte für den Papst gefährlich werden“.

Gratteri lebt seit 1989 unter Polizeischutz. Gemeinsam mit dem Historiker Antonio Nicaso hat er das Buch „Acqua Santissima“ geschrieben, das im Oktober 2013 in Italien erschienen ist. Darin beschreiben die beiden Autoren die extrem eng verwobenen Beziehungen zwischen der Mafia und der katholischen Kirche. Unter anderen beschreiben sie, wie auch heute und in Zukunft die Priester „weiterhin in den Häusern der Mafia-Bosse ein und aus gehen (werden) und ihnen damit Kraft und öffentliches Ansehen einbringen.“

Übersetzt aus der Huffington Post Italia von Franca Lavinia Meyerhöfer. Hier geht’s zum Original.