WIRTSCHAFT
14/10/2013 03:37 CEST | Aktualisiert 31/01/2014 11:41 CET

EU-Energiekommissar Oettinger schönt Subventionsbericht und streicht Zahlen zur Finanzierung von Atomkraft

EU-Energiekommissar Oettinger nimmt´s mit Zahlen nicht so genau
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EU-Energiekommissar Oettinger nimmt´s mit Zahlen nicht so genau

EU-Energiekommissar Oettinger Kommissar hat Zahlen streichen lassen, die belegen, dass Atomkraft mit 35 Milliarden europaweit stärker als erneuerbare Energien gefördert wird. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Nukleare und fossile Energieerzeugung wird europaweit deutlich höher staatlich gefördert als erneuerbare Energien. Im Jahr 2011, heißt es in einem Entwurf des Subventionsberichtes der EU-Kommission zur Energiepolitik, haben die 27 Länder der Europäischen Union erneuerbare Energien mit 30 Milliarden Euro an Staatsgeld gefördert. Mit weitaus mehr Steuermilliarden unterstützten die Regierungen herkömmliche Energien: Es gab 35 Milliarden Euro für nukleare Anlagen und 26 Milliarden Euro für fossile Kraftwerke.

„Keiner hat die Zahlen“

Oettinger hält diese Zahlen über staatliche Milliardenspritzen für herkömmliche Energien offenbar für zu brisant. In einem geänderten Entwurf des Subventionsberichtes, den Oettinger jetzt in der Kommission abstimmen und nächste Woche vorstellen will, sind die Zahlen ersatzlos gestrichen. Oettingers Sprecherin sagte der Süddeutschen Zeitung auf Nachfrage, es habe „nie gesicherte Zahlen“ gegeben. „Keiner hat die Zahlen“, fügte sie hinzu.

Hintergrund ist der Streit um die künftige Förderung der erneuerbaren Energien. Oettinger wirbt vehement dafür, die Förderpraxis der erneuerbaren Energien zu ändern, auch, weil diese den Strompreis immer weiter erhöhten. Die Zahlen seiner eigenen Beamten belegen jedoch, dass fossile und nukleare Energie deutlich mehr Staatszuschüsse bekommen.