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Die Akte "Armenier" - Teil 1

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ARMENIEN
dpa
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Am 2. Juni 2016 möchten alle Parteien, die im Bundestag vertreten sind, eine Resolution über den angeblichen "Völkermord" der Türken an den Armeniern verabschieden und die Geschehnisse als "Völkermord" bezeichnen.

Falls dies passieren sollte, erwarten uns dunkle Zeiten in Deutschland. Ein türkisches Leben in Deutschland wird nicht mehr unproblematisch möglich sein.

Alle Parteien werden sich am antitürkischen Rassismus schuldig und mitverantwortlich machen. Ich hoffe, dass diese Resolution nicht verabschiedet wird. Es ist auch nicht die Aufgabe des deutschen Bundestages über historische Geschehnisse zu urteilen.

Die Mehrheit der Deutschen hat zu wenig Wissen über die Türken und die türkischen Geschichte. Deswegen möchte ich ein wenig über die türkisch-armenische Geschichte schreiben.

1. Der türkische Ursprung der Armenier:

Die Armenier entstammen den Thrakern, die im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt vom Balkan nach Anatolien ausgewandert sind. Der Name Thrakien wird vom Volke der Thraker abgeleitet. Doch wer waren die Thraker?

Die antitürkische, eurozentrische Geschichtsschreibung hat die Thraker als Indoeuropäer bezeichnet und deren türkischen Ursprung ignoriert. Alleine die Bezeichnungen "Türken" und "Thraker" zeigen uns die Gemeinsamkeit des etymologischen Ursprungs der Namen der beiden Völker.

Das erste armenische Königreich wurde im 1. Jahrhundert vor Christus gegründet. Als die muslimischen Oghus-Türken unter dem seldschukischen Sultan Alparslan Khan nach Anatolien kamen, befanden sich die Armenier unter byzantinischer Herrschaft.

Unter den Byzantinern hatten die Armenier Probleme aufgrund ihres Glaubens, welcher für das orthodoxe Patriarchat in Konstantinopel als Abweichung vom wahren Christentum galt.

Deshalb waren die gregorianischen Armenier den muslimischen Türken dankbar und auch treu. Sowohl unter den Seldschuken, als auch unter den Osmanen galten die Armenier als "Millet-i Sadika", was soviel wie "treue Gemeinschaft" bedeutet.

Auch wenn die antitürkische Geschichtsschreibung die Herrschaft der Türken als "Joch" und "Unterdrückung" bezeichnet, sah die Realität ganz anders aus.

Die armenisch-gregorianischen Christen, welche sogar zum größten Teil zum Christentum konvertierte Kiptschak-Türken waren, hatten den Status eines Millets, also einer Religionsgemeinschaft. Sie hatten Religionsfreiheit und durften ihre Kultur pflegen, wie alle anderen osmanischen Staatsbürger.

2. Mission: Zerstörung des osmanischen Reichs

Das osmanisch-türkische Weltreich war den christlich-europäischen Mächten ein Dorn im Auge. Deshalb versuchten sie mit allen Mitteln das friedliche Zusammenleben der osmanischen Reichsbürger unterschiedlichen Glaubens und unterschiedlicher Abstammung zu erschweren und zu beenden. Das Wohl des Menschen spielte für diese Imperialisten keine Rolle.

Mit ihrem rassistischen Menschenbild und ihrem Größenwahn säten sie Hass unter den Menschen, um bestimmte Gemeinschaften oder Bevölkerungsgruppen für ihre Interessen zu instrumentalisieren.

So verbreiteten sie auch Hass unter den osmanischen Reichsbürgern armenisch-christlichen Glaubens. Um schneller das Ziel zu erreichen, ließen sie sogar Terrororganisationen gründen, die sich gegen das osmanische Reich auflehnten um ein unabhängiges Armenien zu errichten.

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