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Neues Datenschutzgesetz, aber keiner weiß davon?

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SIphotography via Getty Images
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Ein neues europaweites Gesetz, die sogenannte Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), wurde bereits vor über einem Jahr beschlossen und auf den Weg gebracht. Noch muss sie zwar nicht befolgt werden, der Stichtag für die Umsetzung rückt jedoch immer näher. Eine Studie des Händlerbunds hat nun enthüllt, dass viele Betroffene überhaupt nichts von der neuen Regelung wissen.

Großteil der Onlinehändler ahnungslos

Die Befragung unter 380 Teilnehmern, vorrangig Onlinehändler, zeigt, 72 Prozent haben entweder noch nie von der Verordnung gehört oder wissen nicht genau, worum es geht. Das Erschreckende: Es sind diejenigen, die ab Mai nächsten Jahres in vollem Umfang haften, wenn der vorgeschriebenen Datenschutz nicht gegeben ist.

Die neue DSGVO sieht vor, dass bei einem Verstoß bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Umsatzes fällig werden. Dieser Punkt wird von vielen Betroffenen sehr unterschätzt. Ein Viertel glaubt, laut den Ergebnissen der Studie, mit geringen Bußgeldern oder straffrei davon zu kommen.

Keine Lust auf Datenschutz?

Nach Einschätzung von Rechtsanwältin Yvonne Bachmann, liegt es nicht an den Händlern selbst. Immerhin unterstützen 21 Prozent der Befragten die neuen Vorschriften und die Mehrzahl von 53 Prozent zeigt sich gleichgültig. „Die Rechtslage ist vor allem im Onlinehandel sehr undurchsichtig. Es gibt häufig Änderungen und auch viele Gesetzeslücken, die den digitalen Handel betreffen und die Technologisierung noch nicht hinreichend berücksichtigen.

Dennoch sollten sich alle Unternehmen jetzt gründlich mit der neuen DSGVO auseinandersetzen. Bis 25. Mai 2018 muss alles rechtssicher und reibungslos laufen", sagt Yvonne Bachmann vom Händlerbund. Für 26 Prozent der Studienteilnehmer gilt, dass die bisherigen Vorschriften ausreichend waren und eine Neuauflage überflüssig ist.

Alle Kundendaten betroffen

Die DSGVO gilt für jedes Unternehmen, das Kundendaten speichert oder weiterverarbeitet. Vom Kosmetikstudio bis zum Großkonzern muss sich jeder Unternehmer darauf vorbereiten. Laut der aktuellen Studie ist das Thema Kundendaten für drei Viertel der Befragten eines der wichtigsten Punkte der DSGVO. Auch beim Newsletterversand, dem Umgang mit Datenpannen oder der Verwendung von Social Plug-Ins und Cookies ist zukünftig noch mehr Vorsicht geboten.

Alle Studienergebnisse stehen in einer Infografik zum Download bereit.

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