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Ich dachte, ich m├Âchte noch ein Kind

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
MOTHER
Choreograph via Getty Images
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Ich habe mein j├╝ngstes Kind mit 26 Jahren bekommen. Jetzt, wo wir Eltern von einem Jungen und einem M├Ądchen sind, haben wir beschlossen, dass es mit dem Kinder-Kriegen reicht. Wenn ich schreibe "wir", dann meine ich, dass mein Ehemann beschlossen hat, dass es reicht.

Er ist als eines von zwei Geschwistern aufgewachsen und wollte immer nur zwei Kinder. Ich bin ein Sandwich-Kind und habe mich immer als Mutter von dreien gesehen. Aber wir waren Mitte Zwanzig und wollten reisen und Abenteuer erleben, Sachen tun, die man mit einer Horde Kleinkinder im Schlepptau eben nicht macht.

Aktuell w├Ąren wir 42 Jahre alt, wenn unsere Tochter ihren Schulabschluss machen w├╝rde. Also stimmte ich widerwillig zu. Ich w├╝rde bald 30 werden und wer will in dem Alter ├╝berhaupt noch ein Baby?

Dann wurde ich 30. Und ganz pl├Âtzlich tickte meine biologische Uhr so laut, dass sie kaum zu ├╝berh├Âren war. Mein j├╝ngstes Kind war schon in der Vorschule und mir fehlte es, ein Baby um mich zu haben. Egal wo ich hinsah, eine Freundin in den 30ern war schwanger. Und keine machte sich Gedanken dar├╝ber, was es hie├č in fortgeschrittenerem Alter Mutter zu werden oder was es bedeutete, 50 Jahre alt zu sein, wenn ihre Kinder den Abschluss machten.

Mein Mann willigte ein - unter einer Bedingung

Ich fing an, meinem Mann die Idee in den Kopf zu setzen. "Noch ein Baby?" "Wir sind immer noch jung!" "Schau, wie s├╝├č sie sind!". Als ihn das nicht ├╝berzeugte, fing ich an zu betteln. "Ich brauche das!" "Mein Herz ist unvollst├Ąndig" und am liebsten sagte ich: "Ich habe noch nie Schwangerschafts-Fotos von mir machen lassen!"

Schlie├člich willigte er ein (oder hatte ich ihn m├╝rbe gemacht?): Wir w├╝rden noch einmal versuchen ein Kind zu bekommen. Aber er stellte eine Bedingung: Ich m├╝sste innerhalb des n├Ąchsten Jahres schwanger werden. Wenn es nicht klappen sollte, dann war es nicht so gewollt und wir w├╝rden aufh├Âren, es zu versuchen. Es war abgemacht.

Nachdem es die ersten beiden Male einige Monate gedauert hatte, bis ich schwanger war, wusste ich, dass ich dem Gl├╝ck nachhelfen musste. Ich kaufte Ovulations- und Schwangerschaftstests.

Ich meldete mich bei einer Fruchtbarkeits-App an, wo ich meine Basaltemperatur, meine Periode und andere eklige Fruchtbarkeitsanzeichen wie den "eiwei├čartigen Zervixschleim" eintragen konnte. Ich habe sogar ein magisches, spermafreundliches Gleitgel gekauft, das den kleinen Schwimmern die richtige Richtung weisen sollte. Verr├╝ckt? Das war mir egal. Es war endlich so weit.

Und dann passierte nichts.

1. Monat: In der Woche, die am besten war, um es zu versuchen, bekam ich Angst. Was wenn es gleich klappen w├╝rde? War ich bereit f├╝r 16 Wochen Morgen├╝belkeit? Wir hatten in ein paar Monaten einen Ausflug nach Vegas geplant. Ok, versuchen wir es n├Ąchsten Monat.

2. Monat: Das Baby w├╝rde zu Weihnachten auf die Welt kommen. Das w├Ąre echt schei├če, wir versuchen es lieber n├Ąchsten Monat.

3. Monat: Mein zweites Kind kam einen Monat zu fr├╝h. Wir sollten kein Weihnachts-Baby riskieren. Der n├Ąchste Monat klingt doch gut.

4. Monat: Vegas! Alkohol! Spielen! Alkohol! Lieber zu vorsichtig sein, als es bereuen. N├Ąchsten Monat dann...

5., 6., 7. Monat: Es ist Sommer. Auf nach Canc├║n in Mexiko! Ich liebe Margaritas und Krustentiere! Wir sollten warten, bis die Kinder wieder in der Schule sind.

8. Monat: Unser Baby ist im Kindergarten. Will ich das wirklich alles noch einmal? Will mein Mann wirklich noch ein Kind oder hat er nur zugestimmt, um mich gl├╝cklich zu machen? Was, wenn ich wieder eine Fehlgeburt habe, wie beim ersten Mal, als wir schwanger wurden? Schaffe ich das noch einmal? Ich habe schon zwei wunderbare Kinder. Warum will ich mehr? Wird noch ein Kind dieses Verlangen stillen oder werde ich immer noch eines wollen? Ich bin so zwiegespalten. Vielleicht ist das einfach nicht der richtige Zeitpunkt.

9. Monat: Lass uns einfach einen Hund kaufen.

Ich konnte es einfach nicht durchziehen. W├Ąhrend mein Herz immer noch nach einem Baby ├Ąchzte, zeigte meine Widerwilligkeit es anzugehen doch, dass es einfach nicht sein sollte. Ich begann endlich zu akzeptieren, dass ich mich vermutlich immer irgendwie unvollst├Ąndig f├╝hlen w├╝rde.

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Vielleicht k├Ânnen M├╝tter, die einen Verlust erlitten haben, dieses Gef├╝hl einfach nicht mehr loswerden. In jedem Fall war ein weiteres Baby nicht f├╝r uns vorgesehen.

Ich bin jetzt 39 Jahre alt und vor Kurzem ist etwas Au├čergew├Âhnliches passiert. Das erste Mal, seitdem ich verheiratet bin, habe ich aufgeh├Ârt mich nach einem weiteren Kind zu sehnen. Es k├Ânnte die grenzenlose Kraft all meiner Nichten und Neffen sein oder vielleicht bereitet mich mein K├Ârper auch einfach auf die Zeit vor, wenn ich keine Kinder mehr bekommen kann. Egal was davon zutrifft, ich schaue jetzt meine Familie an und zum allerersten Mal denke ich: Wir sind komplett.

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.scarymommy.com und wurde von Jutta Kranz aus dem Englischen ├╝bersetzt.


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(cho)

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