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Entdeckung des Tages: Die AfD sitzt schon im Bundestag!

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Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hielt im Bundestag eine bemerkenswerte Rede. Und die klang so, als spräche sie für eine andere Partei.

Ein Kommentar von Jan Rübel

Eigentlich soll hier ein Kommentar über Angela Merkel stehen. Die Kanzlerin redete über ihren Etat, da wird jeder Augenschlag interpretiert und jedes Wort auf seine Bedeutung hin abgeklopft. Aber jemand stahl der wie immer uncharmant redenden CDU-Parteichefin die Aufmerksamkeit.

Showtime für Sahra Wagenknecht.

Die Ko-Vorsitzende der Linke-Fraktion hatte als Oppositionsführerin das Wort. So viel vorweg: Was folgte, ist eine Rede zum Schämen. Wie eine linke Politikerin es schafft, die anderen Parteienvertreter rechts zu überholen, ist ein wahres Gesellenstück in Sachen Populismus. Wagenknecht hat heute erfolgreich ihre Prüfung abgelegt und darf sich auf Stimmenfang begeben. Ihr Vorgehen ist dabei so durchschaubar wie zynisch.

Zuerst zeichnete sie in ihrer Rede ein Schwarz-Weiß-Bild Deutschlands, jeder Satz ein neues Thema. Argumente Fehlanzeige, nur Polemik zählte.

Ein paar Beispiele: Die demokratische Partei in den USA habe Hillary Clinton als Kandidatin des „Establishment" aufgestellt und damit Donald Trump den Weg ins Weiße Haus geebnet. Die Wähler hätten nämlich dann ein „Weiter so" abgewählt. Und schließlich an die Bundesabgeordneten direkt: „Offensichtlich hat ein Trump wirtschaftspolitisch mehr begriffen als Sie", sagte sie mit Blick auf seine Ankündigung eines Investitionsprogramms.

Dazu lässt sich zusammenfassen: Mit dem Begriff des „Establishment" bedient sich Wagenknecht einer beliebten Metapher der Rechten. Sie betreibt die Spaltung zwischen dem „Volk" und der „Politik" - eine Spaltung, die ihr nie gelingen wird, denn Politiker gehören immer auch zum Volk, und den Bürgermeister will ich sehen, der sich vor Bürgerversammlungen die Ohren zuwachst, oder den Bundestagsabgeordneten, der seine Sprechstunden schwänzt.

Wie sich Wagenknecht outet, lesen Sie bei Yahoo Deutschland