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Atomgipfel: Solange Atomwaffen existieren, sind wir nicht sicher

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Atombomben vom 1966 Broken Arrow Unfall in Palomares, Spanien. Foto: banerias
"Solange Atomwaffen existieren, sind wir nicht sicher" (Obama, Berlin 2013)

Der nukleare Sicherheitsgipfel in Den Haag lenkte von der eigentlichen Aufgabe ab, Atomwaffen weltweit zu beseitigen. Auch wenn die nukleare Sicherheit wichtig ist: Die humanitären Folgen eines Einsatzes bleiben aus medizinischer Sicht das zentrale Thema. Zwei Staatskonferenzen zum Thema humanitäre Folgen von Atomwaffen in Norwegen 2013 und Mexiko 2014 haben diese Ansicht bestätigt. Noch in diesem Jahr treffen sich wieder Staaten in Wien, um darüber zu sprechen wie ein Atomwaffeneinsatz und seine katastrophalen Folgen für die Menschheit verhindert werden können.

Nukleare Sicherheit wurde auf dem Gipfel in Den Haag weitgehend auf das Thema Diebstahl von Materialien für den Bau von Atomwaffen begrenzt. Damit erkennen die nuklearen Lieferländer und Atomwaffenstaaten zwar an, dass ihre massiven Vorräte an spaltbaren Materialien ein Sicherheitsrisiko darstellen. Gleichzeitig halten sie trotz der Lehren aus Tschernobyl und Fukushima weiterhin an der zivilen Atomenergie fest. Die Gefahr, denen die Menschen aufgrund aller Atomkraftwerke weltweit ausgesetzt sind, wird verschwiegen.

Das Risiko für die Menschheit, das die 17.000 Atomwaffen weltweit darstellen (ca. 2.000 befinden sich auf höchster Alarmstufe) wurde in der Erklärung aus Den Haag nicht erwähnt. Ein Bruchteil, der Tausenden von Unfällen mit Atomwaffen in den letzten knapp 70 Jahren hat der Autor Eric Schlosser in seinem Buch „Command and Control" beschrieben. Atomwaffen gehen verloren, Atomraketen explodieren, Flugzeuge mit Atomwaffen stürzen ab und U-Boote mit Atomwaffen an Bord sinken. Es gab eine Reihe von Fehlalarmsituationen, in denen die Welt bereits am Abgrund stand und das Glück hatte, dass vernünftige Leute zufällig die richtigen Entscheidungen trafen. Gleichzeitig mehrten sich in letzter Zeit Berichte über Alkohol- und Drogenmissbrauch, Schummeleien bei Eignungstests und schlechte psychische Zustände bei den US-Soldaten, die die Atomwaffen warten und sicherstellen sollen.

Die USA haben sicherlich die höchsten Sicherheitsstandards aller Atomwaffenstaaten. Über die Situation in Russland, China, Indien, Pakistan, Israel oder Nordkorea wissen die Experten sehr wenig. Das größte Sicherheitsproblem besteht heute in der Gefahr, dass eine oder mehrere Atomwaffen eingesetzt werden, ob absichtlich oder aus Versehen, von staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren.

Die gesamte nukleare Kette birgt Gefahren für Mensch und Umwelt. Uran wird abgebaut, um Atomwaffen zu bauen sowie Atomkraftwerke zu betreiben. Es wird transportiert, verarbeitet und angereichert, bei der Wiederaufarbeitung wird Plutonium gewonnen. Bei all diesen Prozessstufen entstehen negative Gesundheitsfolgen. Die Herstellung von Atomwaffen und ihre Tests bergen weitere Gefahren. Nach wie vor ist die Frage der Entsorgung ungelöst und die Übergangslösungen belasten die Umwelt. Die Internationalen Ärzte für die Verhinderung des Atomkrieges (IPPNW) klären über diese Probleme der nuklearen Kette auf. Die Ärzteorganisation fordert nicht nur die Ächtung und Abschaffung der Atomwaffen, sondern einen vollständigen Ausstieg aus der Atomenergie und ein Verbot des Uranabbaus. Erst nach Erfüllung dieser Forderungen kann man von „nuklearer Sicherheit" sprechen.

Bild oben: Zwei US-Atombomben, die 1966 nach einem B52-Absturz in der Nähe der spanischen Stadt Palomares eingeschlagen sind, ohne zu explodieren. Foto: Banerias / Creative Commons


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