BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Wolfgang Zimmermann Headshot

Warum wir Männer und Frauen in Führungspositionen brauchen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MAN AND WOMAN WORKING TOGETHER
gilaxia via Getty Images
Drucken

Fragt man einen Personalleiter nach den typischen Stärken von Managerinnen, ergibt sich etwa folgendes Bild: Sie sind kommunikativer als die Männer, kooperieren gerne und gut. Mehr als die Männer sind sie am Wohlergehen der Menschen interessiert, mit denen sie arbeiten.

Bei Entscheidungen verstehen sie es, neben rationalen Argumenten auch Gefühle und Intuition einfließen zu lassen. Gefragt nach den Eigenschaften männlicher Führungskräfte heißt es demgegenüber, diese seien kompetitiv veranlagt, bevorzugten klare hierarchische Strukturen und achteten darauf, ihre Gefühle aus dem Spiel zu lassen.

Diese „Erfahrungen" von Personalchefs entstammen natürlich teilweise dem Denken in Schubladen. Sie entsprechen den herkömmlichen Denkschemata und blenden aus, dass es auch Frauen in Führungspositionen gibt, die männliche Qualitäten zeigen - und ebenso Männer, die weibliche Führungsqualitäten einbringen. Ins andere Extrem weist der gelegentlich vorgebrachte Appell an den Manager, ganz auf die weiblichen Vorzüge zu setzen: „Die Frau in dir kann das besser!" Soweit möchte ich nicht gehen, es wäre eine neue Schublade. Ebenso wie der gegenteilige Zugang, der sich in dem Satz widerspiegelt: „Der beste Mann bei uns im Vorstand ist eine Frau."

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Meine Überzeugung ist - und hier zitiere ich Monique Siegel, eine Grande Dame im Personalsektor: „Wir brauchen die Ergänzung, die Vielfalt." Als Beleg für diese These verweist sie auf den Ausbruch der Finanzkrise von 2008. Der damals deutlich gewordene Zynismus, „diese absurden Wetten darauf, dass jemand verliert, diese Jagd nach immer höheren Boni" - das seien ganz klar „Auswüchse einer Monokultur" gewesen.

Es kommt also auf Diversity an, die Ergänzung durch Frauen. Monique Siegel: „Es gibt gute und schlechte Manger in beiden Geschlechtern, es gibt Zicken und Despoten. Es gibt Frauen, die andere fördern, aber auch solche die neidisch sind: Es gibt alles, und wir müssen lernen, damit zu leben."

Im Kern geht es um eine neue Vereinbarkeit der Geschlechter und eine stärkere Verschränkung der beiden Sphären. Dies ist auch eine Form der sozialen Innovation, die Unternehmen und Gesellschaft brauchen.

Mehr zum Thema: Florian Tanyildiz: Wir brauchen Unternehmer mit Herz und Verstand - mit Social Entrepreneurship zum Erfolg

Das neue Miteinander bedeutet für beide Seiten, Frauen und Männer, sich aus tradierten Rollen zu befreien. Es geht nicht um Gleichmacherei, sondern Unterschiede zu akzeptieren.
Moderne Frauen haben das erkannt. Ihnen ist es wichtig, gemeinsam mit den neuen Männern neue Wege zu gehen.

Männer hingegen haben da noch Nachholbedarf. Sie rutschen allzu leicht in die Schublade des klassischen Ernährers. Stattdessen sollte das Prinzip der Diversität zum Leitgedanken werden. Im privaten ebenso wie im beruflichen Bereich ist es für viele Männer an der Zeit, sich auf den Weg zu machen - um mit der neuen Eva mithalten zu können

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die HuffPost ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.