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Für die Zukunft unserer Kinder: Gemeinsam für eine sozialere Politik!

17/03/2016 10:43 CET | Aktualisiert 18/03/2017 10:12 CET
dpa

In Zeiten des "Kalten Krieges", unter anderem zwischen der ehemaligen DDR und Bundesrepublik sowie den USA und Russland (beziehungsweise der damaligen Sowjetunion) entstand ein bewegendes Lied von Sting: "Russians" .

Vieles davon erscheint heute wieder sehr aktuell. Nicht zuletzt nach den Landtagswahlen in Deutschland, in denen auch die "AfD" auf Anhieb in drei Landtage einziehen konnte.

Darüber wurde bereits viel geschrieben, aber oft wird dabei eher eine Art verbaler "Kalter Krieg" fortgesetzt, der wohl unter anderem erst zum Erfolg der AfD geführt hat. Denn natürlich muss entschieden etwas gegen Rechtsradikale, Extremisten, Brandstifter getan werden - oder wie viele Flüchtlingsunterkünfte sollen noch brennen?

Allerdings: Die soziale Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Chancenungleichheit, unsoziale Steuerpolitik in Deutschland und Abbau demokratischer Rechte wird doch seit Jahrzehnten nicht zuletzt von vielen Sozialverbänden, Gewerkschaften und so weiter kritisiert. Sie sorgen auch für sozialen Sprengstoff und dienen Extremisten. Schon lange bevor es beispielsweise die AfD überhaupt gab.

Und: War es nicht auch geistige Brandstiftung, dass in der Tat nur besorgte Bürger selbst von Seiten des deutschen Vizekanzlers, ein Sozialdemokrat, als "Pack" bezeichnet wurden? Außerdem wurde oft wirklich überheblich über Menschen geredet, die sagten "Ich habe nichts gegen Flüchtlinge, aber ..." Jenen Menschen wurden rechte Tendenzen zugesagt, obwohl viele von ihnen doch nur besorgt waren.

Es wurde kaum noch zugehört, geschweige denn miteinander gesprochen

Oft war man schlichtweg nicht mit der Politik einverstanden. Beispielsweise mit den Waffenexporten aus Deutschland, durch die doch erst der Grund zu Flüchten geschaffen wurde. Waffenexporte zwingen Millionen Menschen zur Flucht. Natürlich würden die Flüchtlinge lieber in ihrer Heimat bleiben, als vor Waffen oder den Folgen einer Weltwirtschaftsordnung (Armut, Not für viele Länder) zu fliehen.

Diese Folgen weisen nun ausdrücklich darauf hin, dass es viel zu viele soziale Ungerechtigkeiten, Armut, Chancenungleichheiten und dergleichen im eigentlich reichen Deutschland gibt. Nicht zuletzt für Kinder. Zwar wird das seit Jahrzehnten bedauert, aber nicht wirklich dagegen angegangen. Auch nicht von den Flüchtlingshelfern.

Wie viele Eltern, nicht zuletzt Alleinerziehende sind völlig zurecht frustriert. Es muss mehr für die Zukunft ihrer Kinder gemacht werden, beispielsweise bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten geschaffen werden und so weiter. Kann man da nicht verstehen, dass sie es etwas befremdlich finden, wenn Hunderttausende Flüchtlinge plötzlich immense Hilfsbereitschaft spüren, die sie nie erfahren haben?

Besorgnis um Flüchtlinge ist größer als um einheimische Alleinerziehende

Viele Protestwähler und auch Nichtwähler - die mit die größte "Partei" ausmachen - vermissen eben diese Besorgnis um ihre Belange, wie ihre Kinder und deren Zukunft. Nach einer Studie des Meinungsforschungsinstituts "Forsa" im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) 2013 sind Nichtwähler durchaus politisch interessiert und wünschen sich eine "kümmernde Politik".

Die Studie widmete sich "der großen Zahl der Nichtwähler, die in den letzten drei Jahrzehnten stetig gestiegen ist. Betroffen sind sowohl Kommunal-, Landtags, Bundestag- und Europawahlen".

Vor allem die beiden großen Parteien SPD und CDU/CSU verzeichneten demnach einen

kontinuierlichen Vertrauensschwund: "Noch 1983 gaben in den alten Bundesländern mehr als drei Viertel aller Wahlberechtigten den beiden Parteien ihre Stimme. Bei der Bundestagswahl 2009 waren es nur noch knapp über 40 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Nichtwähler von fast 12 auf fast 29 Prozent."

Nicht zuletzt sind zunehmende Ungerechtigkeiten, Armut und Not in Deutschland gegen unsere Kinder gerichtet - und damit unser aller Zukunft. Die wachsende Unzufriedenheit ist also wirklich kein Wunder, wenn man sich das anschaut.

Dabei werden doch viele gemeinsame Ziele deutlich, wenn beispielsweise UNICEF darauf hinweist, dass schon ein Bruchteil der Rüstungsausgaben dafür sorgen könnten, dass kein Kind auf der Welt mehr (auch an Bildung) hungern müsste. Damit könnten weniger Kriege geführt werden und weniger Menschen müssten aus ihrer Heimat flüchten.

Wir müssen miteinander reden

Anstatt dass sich immer mehr Menschen verbale Grabenkämpfe liefern,

sollten wir wirklich endlich wieder mehr aufeinander zugehen, zuhören und miteinander reden. Vor allem über unsere Sorgen, Ängste und unsere Kinder!

Egal, ob Flüchtlingshelfer, Flüchtling, AfD-Wähler oder was auch immer. Man muss den Menschen hinter "dem" Flüchtling oder "dem" AfD-Wähler ansehen, zuhören und ansprechen, und gemeinsam nach einer besseren Lösung, Gesellschaft und Politik suchen. Zumal viel zu lange eine viel zu schlechte Lösung geduldet wurde, die weltweit Menschen vor Kriegen, Hunger und Not flüchten und sterben ließ und auch Millionen Kindern in Deutschland geschadet hat.

Obwohl doch schon einer der klügsten Deutschen, Albert Einstein, darauf hingewiesen hat:

Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.

Deshalb sollten wir endlich damit aufhören, dass wir uns von irgendwelchen Entdeckungen und Fortschritten blenden lassen. "Exportweltmeister" zu sein hört sich beispielsweise ja gut an, aber dazu gehört eben auch der Export vieler tödlicher Waffen - und dies geht zu Lasten vieler anderer Länder. Zudem profitieren in Deutschland nur zu wenige Menschen davon.

Außerdem sollten wir uns wieder den wichtigsten Entwicklungen zuwenden: Einem sozialeren, demokratischeren und gerechterem Deutschland. In einem breiten Bündnis von Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und Mitgliedern oder kritischen Wählern. Angehörigen von Kirchen, SPD und CDU, CSU, FDP, Grünen, Linken, AfD und so weiter, die andere, alternative, wirklich christliche, sozial-demokratische, liberale Politik wollen.

Wir sollten uns nicht gegeneinander aufhetzen lassen; Das hat fatale Folgen!

Die Führer von Ländern, Parteien, Kirchen und so weiter verfolgen oft Interessen, die denen des Volkes bekanntlich nicht stets entsprechen.

Und dazu passt eben auch Vieles aus dem Song "Russians", wo es frei übersetzt unter anderem heißt:

In Europa und in Amerika wächst das Gefühl der Hysterie

Erzogen, auf alle Drohungen zu reagieren (...)

Wie kann ich meinen kleinen Jungen

Vor Oppenheimers tödlichem Spielzeug retten

Es gibt kein Monopol auf gesunden Menschenverstand

auf irgendeiner der beiden politischen Seiten (...)

Wir haben dieselbe Biologie

gänzlich abgesehen von der politischen Ideologie

Glaub mir, wenn ich Dir sage

ich hoffe, die Russen lieben ihre Kinder auch

Ja, wir sollten davon ausgehen, dass auch Flüchtlinge sowie Wähler aller Parteien ihre Kinder lieben und für sie nur das Beste wollen.

Ja, wir sollten mehr über Gemeinsames, Verbindendes und optimale Lösungen reden und weniger hysterisch reagieren. So wie es uns seit Jahrzenten anerzogen wird - mit gegenseitiger Hetze und Bedrohungen.

Denn nicht etwa Flüchtlinge oder AfD-Wähler, die auch die Sorge um die Zukunft ihrer Kinder antreibt, sind der Feind. Das Problem sind die besagte Politik und ihre Politiker, die diese Sorgen für ihre Interessen ausnützen.

Dagegen sollten wir mit vereinten Kräften vorgehen, anstatt uns zu spalten und gegeneinander aufhetzen zu lassen, mit "lachenden Dritten" beispielsweise in der Rüstungsindustrie.

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