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Vorbildlich für ganz Deutschland: Berliner Berufstätige bekommen gratis Babysitter

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Guido Mieth via Getty Images
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Das klingt gut, unbedingt nachahmenswert, zumindest -nicht nur allein erziehende- Eltern wissen auch wie immens wichtig das ist: Wie die Berliner Zeitung (online, vom 10.05.16) berichtet will der Berliner Senat "verstärkt auch nachts eine kostenlose Kinderbetreuung anbieten".

Allerdings "nicht für Eltern, die mal eben ins Kino gehen wollen. Voraussetzung ist, dass die Eltern aufgrund atypischer Arbeits- oder Ausbildungszeiten in der Nacht auf eine Kinderbetreuung angewiesen sind".

Damit sollen insbesondere Alleinerziehende, aber auch Elternpaare entlastet werden, die etwa im Schichtdienst arbeiten

Die Betreuung würde im Regelfall zu Hause stattfinden, damit das Kind in seiner gewohnten Umgebung ist. So sieht es eine Vorlage zur besseren Unterstützung von Alleinerziehenden vor, die jüngst vom Senat beschlossen wurde. Eine online erreichbare Servicestelle soll nun per Ausschreibung bis Sommer besetzt werden.

Deren Aufgabe ist es, einen Pool von verlässlichen Betreuungspersonen aufzubauen. Diese Kinderbetreuer müssen wenigstens einen Basisqualifizierungskurs für Tagesmütter oder -väter gemacht haben, der für gewöhnlich 24 Unterrichtseinheiten enthält. Auch müssen sie das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis vorlegen. Natürlich könnten auch ausgebildete Erzieher zum Einsatz kommen, doch dürften diese sich angesichts der Marktlage eher für eine andere, besser bezahlte Tätigkeit entscheiden.

Für das Modellprojekt stehen laut dem Bericht in den kommenden beiden Jahren jeweils 681 000 Euro bereit, die Mittel wurden noch einmal aufgestockt

Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will demnach aber auch Wirtschaftsverbände und Unternehmen dazu bringen, sich an dem Angebot zu beteiligen.

Schon jetzt gibt es die Möglichkeit im Rahmen der ergänzenden Kindertagespflege abends oder nachts einen Betreuer für Kinder bis zur 6. Klasse zu erhalten

Das wissen aber nicht viele Eltern, wie selbst der Senat laut dem Bericht einräumte: Lediglich 500 Eltern, die halbjährlich ihre Arbeitstätigkeit nachweisen müssen, machen davon Gebrauch.

„Oft sind es Nachbarn, Tanten oder Bekannte der Familie, die die Betreuung nicht selten zusätzlich zu ihrer regulären Arbeit übernehmen", sagt Nicole Bittner von der „Familien für Kinder" gGmbH, die Betreuer ausbildet.

Sie verdienen sich so ein kleines Zubrot. Sie glaubt, dass durch das Projekt die Zahl der qualifizierten Betreuer ansteigen wird. „Derzeit ist die Nachfrage größer als das Angebot." Das mag auch am Geld liegen: Ein Betreuer erhält nach 21 Uhr etwa 4,25 Euro pro Stunde und Kind.

Einige Pilotversuche mit 24 Stunden-Kitas waren demnach zuvor nicht angenommen worden. Eltern wollte ihr Kind nicht über Nacht in der Einrichtung lassen oder mitten in der Nacht dort abholen.

Insofern ist das nun Geplante sicherlich ein Fortschritt, der Bedürfnissen von Kindern und Eltern mehr entgegenkommt (deshalb fordert nun auch eine "Change" - Petition dies in ganz Deutschland umzusetzen, in allen Bundesländern). Auch wenn im bekanntlich wenig Eltern - und nicht zuletzt sehr wenig Alleinerziehenden- freundlichen Deutschland

sicherlich noch viel mehr zu tun

ist. Sowohl an Anerkennung für, nicht nur aber natürlich (gerade) auch alleinerziehenden, Eltern, deren Leistungen als auch Unterstützung für diese. Dabei muss sich Deutschland sicher noch weitaus mehr ein Vorbild an etwa skandinavischen Ländern nehmen, die hier - obwohl ja nicht reicher als Deutschland - noch weitaus mehr anbieten, etwa in (Betriebs-)Kindergärten oder Schulen.

Da bedarf es auch diesbezüglich einer weitaus sozialeren Politik in Deutschland. Nicht zuletzt auch für Alleinerziehende, deren es ja auch weitaus mehr gibt als in "bis dass der Tod euch scheidet"- Zeiten früher, wenn heute die Zahl der Scheidungen die der Eheschließungen oft überschreitet und auch unzählige Menschen im Schichtdienst arbeiten müssen.

Dass von Profiten der Unternehmen dann auch für Kinderbetreuung investiert wird ist auch das Mindeste ... Und das künftig bitte auch für Eltern, die "nur mal ins Kino gehen" wollen, denn das haben die sich sicher mehr als verdient!

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