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Von Sozialpolitik, Ämtern, Sozialgerichten ignoriert, unmöglich behandelt : Alleinerziehende in Deutschland

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Wieder einmal hoffen über 80 Millionen Deutsche auf eine bessere, auch sozialere Politik.
Von der nun, im Wahlkampf, wieder alle Parteien so oft reden. Nur nach Wahlen ist von diesen Versprechen ja kaum noch etwas zu spüren.
So etwa in der Praxis, wenn Sozial- Leistungen in Anspruch genommen werden müssen - und man schnell sieht, wie "sozial", "christlich", "demokratisch" diese sind- als Folge angeblich sozialdemokratisch bzw. christlich demokratischer Politik in den letzten Jahren, Jahrzehnten. Nicht zuletzt in der großen Koalition, wo viele Interessen von Bürgern einfach weggewischt werden können.
Teilweise auch aus ideologischen Gründen. Und während bezüglich Homosexualität nun sogar die CDU Zugeständnisse machen musste (wenn auch noch zu wenige) werden Anliegen von auch Millionen Alleinerziehenden in Deutschland aber nach wie vor ignoriert oder völlig unangemessen behandelt. Ja, warum bleibt man auch nicht "bis dass der Tod euch scheidet" zusammen? Natürlich, es mangelt grundsätzlich viel zu viel an guter Bildung, sozialen Leistungen, Kitas usw.- Folgen schlechter Politik, die auch schon Paare kaum noch abfedern können. Aber "abgestraft" werden deren Opfer, Menschen die dieser so produzierte Stress dann oft auch zur Trennung führt. Und:

Leid tragend sind gerade auch Millionen Kinder

Man kann aber oft wirklich nicht so viel essen, wie man erbrechen sollte, wenn man immer wieder in Wahlkämpfen von ach so sozialer, kinderfreundlicher und bürgerfreundlicher Politik hört - wenn man andererseits die Praxis sieht.

So etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, in Kiel (und diese Erfahrungen decken sich mit denen aus unzähligen anderen Orten in Deutschland, wie auch oft von Betroffenen zu hören und lesen).
Wenn man dort etwa Gutscheine für "Bildung und Teilhabe" beantragen möchte - etwa für Sportvereine, Kurse und dergl. für Kinder. Trotz zig Kritiken, auch von Sozialverbänden, dass das viel zu umständlich ist, kaum tatsächliche Kosten deckt, viele Eltern gar nicht wissen, dass es das gibt (und wo), wird daran nicht wirklich etwas geändert. Natürlich kann man so Kosten sparen und sagen, dass "Angebote gar nicht genutzt werden" - um sie dann früher oder später wieder zu kürzen. Und, falls wenn es überhaupt genutzt wird, fühlen sich Antragsteller oft wie Bettelnde - anstatt alles viel einfacher, unbürokratischer zu machen (und vor allem viel bessere, kostenlose staaliche Angebote zu machen).

Viele Sachen können zudem kaum erreicht werden, da Fahrtkosten oft unerschwinglich sind. Warum es immerhin "Sozialtickets" nur in einigen Städten (wie Berlin und Hamburg) gibt ist eigentlich auch unverständlich, nicht gerecht - und auch in Berlin und Hamburg wurden diese hart erkämpft.

Das zeigt auch, dass mehr Rechte erkämpft werden müssen in sozialen Initiativen, Bewegungen- Vertrauen in die Politiker führte ja zu immer unbezahlbareren Wohnungen, Leistungen, Armut- wie ja auch offizielle Armutsberichte zeigen nimmt diese immer mehr zu , nicht zuletzt bei vielen Alleinerziehenden (ebenso wie Reichtum auf der anderen Seite, es liegt also auch an ungerechter Steuerpoliitik und dergleichen, worauf ja auch immer wieder Sozialverbände hinweisen).
Das betrifft natürlich auch nicht "nur" Alleinerziehende, diese aber oft besonders - zumal sie kaum eine Lobby haben. Trotz oft besonders großer Benachteiligung, auch schon bei der Jobsuche - anstatt etwa, wie in anderen Ländern üblich, mehr (auch Betriebs-)Kitas zu schaffen scheitert es hier ja oft an der "Unvereinbarkeit von Familie und Beruf", zumal bei Alleinerziehenden.

Und ein Herz für diese gibt es weder bei Ämtern noch Gerichten. Wenn etwa in Kiel Alleinerziehende für ihre Kinder nur "Bildungs-und Teilhabe-Gutscheine" bekommen, wenn das Kind "hälftig" bei einem Elternteil wohnt und nicht, wie in moderneren Modellen, etwa "nur" zu 30-40 % (der Woche oder des Monats), gibt es diese nicht. Ein Widerspruch dagegen wird einfach abgelehnt, Klage dagegen überhaupt nicht richtig behandelt - sondern nur arrogant auf irgendwelche Grundsatzurteile verwiesen (anstatt die Möglichkeit zu nutzen, diese mit dem Wandel der Zeit und gesellschaftlichen Entwicklungen zu überdenken). Nach über drei Jahren (!), in der Entwicklung eines Kindes eine Ewigkeit, wird dann einmal verhandelt, Belege verlangt, die man dann kaum noch erbringen kann (zumal man zuvor immer hörte, dass diese wohl eh nichts bringen). Nachfragen werden überhaupt nicht beantwortet bzw. erst wenn es zu spät ist, dann wird einem das als Vorwurf gemacht ... Von einer Richterin, die der Lebenswelt von Normalverdienern völlig entrückt zu sein scheint, sich hinter "Grundsatzurteilen" versteckt und auf berechtigte und, auch von zig Experten bestätigt, plausiblen Gegenargumente gar nicht wirklich eingeht ... Eine Beschwerde darüber wird in ähnlicher Manier auch wieder einfach abgebügelt vom dafür übergeordneten Gericht ( dem Schleswig-Holsteinischen Landessozialgericht) - eine Krähe hackt der anderen bekanntlich, auch hier offensichtlich, halt kein Auge aus. Widerlich, zumal auf Kosten unzähliger Kinder, aber um sich zu schämen bedarf es Anstand und selbst der scheint solchen Menschen zu fehlen.
Im Gegensatz zu Millionen Alleinerziehenden, die aller Ehren wert sich für ihre Kinder engagieren, auch Steuerzahler von morgen, von Menschen die auch Richter, Politiker, Mitarbeiter bei Ämtern usw. finanzieren!

Und selbst wenn es Grundsatzurteile gibt - diese fallen ja nicht vom Himmel, sind von Menschen, Gerichten geschaffen und könnten von diesen auch wieder geändert werden. Ebenso wie solche etwa aus NS- oder Kaiser-Zeiten, und

viele Urteile sind Jahrzehnte alt, wo es auch noch nicht zum Beispiel so viele Alleinerziehende gab. Und letztlich sind rechtliche Entscheidungen ja auch Folge von Politik - denn Politik bestimmt ja, was es dann für rechtliche Möglichkeiten gibt

Und es gibt ja auch durchaus kritische Juristen, die viele (auch Grundsatz-) Urteile kritisieren oder durch mutige Urteile etwas bewegen können. Andere, zuvor beschriebene, Richter(innen) sind aber ein Schandfleck für "Sozialgerichte" und die ganze "Sozialpolitik" in Deutschland- auch von vielen Politikern, die ( etwa auch in Schleswig-Holstein) Juristen sind mit verbrochen wurde - ist ein Schandfleck für christliche und sozialdemokratische oder auch "liberale" Werte, wogegen sich auch Millionen Mitglieder und Wähler (oder Nichtwähler) der SPD, CDU/CSU und anderen mehr wehren müssen. Denn sonst können auch ungute "Alternativen" zunehmend mehr Stimmen bekommen.

Auch, nicht zuletzt, im Sinne der

Kinder, die ja auch unser aller Zukunft sichern. Wozu ja auch alle Eltern, auch Alleinerziehende, sehr viel beitragen - und dazu weitaus mehr Unterstützung und Anerkennung verdienen

Nicht nur, aber auch von Ämtern, Behörden, Gerichten und Politikern! Und deren "Ignoranz der Macht"sollte da weitaus mehr als bisher entgegnet werden, zumal es ja aus Steuergeldern bezahlte Staatsdiener sind- also auch dem Staat, Volk dienen müssten. Statt etwa auch Politik oder Urteile "im Namen des Volkes" zu machen, die unsozial, lächerlich und unverschämt sind und alles andere als sinnvoll, gut, gerecht und sozial!

Das erfordert auch politischen Einsatz für bessere Gesetze auch für Millionen Alleinerziehende in Deutschland, mehr und bessere Rechte, mehr Bewusstsein für deren Situation und aller Ehren werten Leistungen für die Gesellschaft - denn deren Kinder zahlen ja auch Renten bzw. Pensionen und Gehälter durch Steuern, auch für solche "Staatsdiener" wie solche Richter, deren Schandtaten wenigstens mehr bekannt gemacht werden müssen. Auf deren Verständnis oder gerechte, soziale Entscheidungen zu hoffen ist zumindest oft auch vergebliche Liebesmüh. Und auch ein Kreuz auf dem Wahlzettel reicht hier nicht, egal für welche Partei.