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Experten warnen: Jährlich 3000 Schmerzmittel-Tote in Deutschland!

04/11/2015 14:41 CET | Aktualisiert 04/11/2016 10:12 CET
Thinkstock

Natürlich können Krankheiten und Schmerzen Medikamente erfordern. Allerdings muss man diese wirklich mit Vorsicht "genießen". Medikamente können bekanntlich immer Nebenwirkungen haben und das auch weitaus fataler als es sich viele Menschen vorstellen können oder wollen (wie ja zuletzt etwa auch das Beispiel der "Pille" zeigte).

Nicht zuletzt vor Schmerzmitteln warnen auch Experten zunehmend.

Diese seien

nicht "nur" oft nutzlos, sondern auch (sehr) gefährlich

Ein Bericht auf Focus online ("Die Wahrheit über Schmerzstiller- Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin: So gefährlich sind Schmerzmittel wirklich" vom 10.09.2015 ) wies z.B. bereits darauf hin. Und in einem Artikel auf t-online.de/ (lifestyle/gesundheitt, vom 21.08.2015) wurde der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS), Dr. Gerhard Müller-Schwefe, zitiert:

Wir greifen viel zu oft unnötig zu Schmerzmitteln.

Es ist erschreckend, dass diese Präparate in Deutschland wie Lutschbonbons eingenommen werden, oft mit verheerenden Folgen. Zumal die Wirkstoffe bei vielen Leiden überhaupt keine Wirkung zeigen

Und das kann wirklich fatal enden, mit unter anderem

in Deutschland jährlich 3000 Schmerzmittel-Toten

Natürlich weiß jeder Mensch mit intensiven Schmerzen, dass auch "nur" einmal ein paar Stunden Erleichterung Gold wert sein können. Allerdings wird in dem Artikel darauf hingewiesen, dass Vieles überhaupt nicht hilft, wie dort auch zitierte Studien belegen - und eben fatale Nebenwirkungen haben kann, wie auch Dr. Müller-Schwefe eindrücklich betont:

"Müssten die Wirkstoffe ASS, Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac die heutigen Zulassungskriterien durchlaufen, würden sie keine Marktzulassung mehr bekommen. So kritisch sind die Nebenwirkungen einzustufen."

Zum Beispiel kann die Leber Schaden nehmen oder die Nieren versagen, auch Magen- oder Darmgeschwür beziehungsweise ein bösartiger Tumor entstehen. Auch die Gefahr, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu bekommen besteht und so weiter. Auch (aber nicht nur) bei z. B. älteren Patienten, die zur Risikogruppe für Nebenwirkungen gehören. Auch solchen werden ohne mit der Wimper zu zucken, Schmerzmittel verschrieben. Das sei verantwortungslos.:

"Die Zeit und die Aufmerksamkeit für den Betroffenen fehlt im Praxisalltag leider oft", bemängelt der Experte. "Patienten müssen so immer wieder für die fehlende Aufmerksamkeit vieler Ärzte büßen."

Einige Medikamente können zwar hilfreich sein, wenn sie nicht zu lange eingenommen werden und ganz individuell passend sind. Das muss aber auch wirklich gut untersucht, kontrolliert und besprochen werden, ebenso wie mögliche Nebenwirkungen und alternative Hilfen- so seien etwa bei Spannungskopfschmerzen Bewegung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie Pfefferminzöl auf den Schläfen viel hilfreicher.

Eine langfristige Einnahme sollte bei Schmerzmitteln auf jeden Fall vermieden werden. Generell gilt: So kurz wie möglich und so wenig wie nötig:

"Nehmen Sie nie an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerztabletten zu sich", betont Müller-Schwefe. "Und sprechen Sie bei länger anhaltenden Beschwerden mit Ihrem Arzt über mögliche Alternativen."

Denn das sei auch der wichtigste Aspekt des Problems (aber auch der möglicher Lösungen), dass man von Ärzten fordert dem Patienten mehr Aufmerksamkeit zu schenken, auch ganz individuell.

Allerdings erfordert das natürlich auch, dass Ärzte solche Zeit auch wieder mehr von Krankenkassen bezahlt bekommen und auch der Einfluss der Pharmaindustrie kritischer hinterfragt wird, mit oft großer Lobby. Das ist auch etwas, das Ärzte und Patienten gemeinsam erreichen können - Initiativen dazu gibt es an vielen Orten ja bereits.

Die Wahrheit über Painkiller: Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin: So gefährlich sind Schmerzmittel wirklich

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