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Bitte Hunde anleinen, denn "mein Hund beißt nicht" kann tödlich enden

17/11/2017 07:55 CET | Aktualisiert 17/11/2017 17:42 CET

Zum "Tag des Hundes": Herzlichen Glückwunsch allen Hundefreunden zu eurem lieben, tollen Tier!

Nur eine Bitte von einem auch Tierfreund: Bitte leint euren geliebten Vierbeiner an!

Denn

"der tut doch nichts" ist, pardon, nicht nur unsinnig, sondern eventuell wirklich lebensgefährlich

Auch wenn das fast immer stimmen mag und folgende Beispiele Ausnahmen beschreiben - diese Ausnahmen können jeden Hund oder Menschen, auch Kinder betreffen.

Und jedes Opfer ist dann eines zuviel.

Natürlich, wo immer möglich, sollten wir nötigen Auslauf gönnen. Und uns für Städte und Orte gemeinsam einsetzen, eine (auch Verkehrs-) Politik, wo mehr Platz für Tiere, Kinder ist, es auch mehr "Auslaufgebiete" für Hunde gibt ... Aber etwa große Hunde, die unangeleint auf Spielplätze auf Kinder zurennen sind einfach nicht akzeptabel. Und leider alles andere als selten. Und alleine in meinem Bekanntenkreis gibt es da mehrere Opfer. Etwa ein Mädchen, 8, von einem "der tut nichts" Hund angefallen, gebissen, äußerst schmerzhaft. Etwa 1000 Euro zugesprochenes Schmerzensgeld konnte das kaum lindern. Solche Kinder werden (auch später) auch kaum zu Tierfreunden. Auch wenn die Tiere nichts dafür können, die "Besitzer" ja aber schon-

Und bitte- es ist eine Illusion, dass man "sein Tier doch kennt".

Dazu noch ein anderes, mir ebenso bekanntes erschreckendes, aber auch eindringliches Beispiel - in einem nur mit Glück nicht tödlich endenden Fall: Ein Briefträger im Süden Deutschlands wurde von einem Hund gebissen. Nur mit viel Glück konnte er auf der Intensivstation gerettet werden, nach Bissen unter anderem in den Hals.

Hier zeigt sich auch nochmals der Ernst des Themas: Denn Karrikaturen, wo etwa Briefträger vor Hunden flüchten sind so ja auch nur sehr bedingt lustig. Ebenso wie das sich über Menschen lustig zu machen, die Angst vor Hunden haben oder denen vorzuwerfen, dass sie etwas falsch sehen, machen.

Natürlich ist gut, wenn etwa Kinder in Ferien auch auf den Bauernhof fahren und dort ein gutes Verhältnis zu Tieren bekommen können, wundervollen Geschöpfen. Oder in Tierheimen, im Alltag ...

Im genannten Beispiel hatte der Hund aber Jahre lang auf einem Bauernhof den Briefträger jeden Tag angebellt, etwas angesprungen - unangeleint. Der Briefträger hatte zwar Angst, aber vertraute dem "der beißt nicht" des Besitzers. Nach dem fast tödlichen Biss wurde der Hund dann eingeschläfert - nachdem zuvor bei einer Untersuchung heraus kam, dass er einen unentdeckten Gehirntumor hatte. Er war also unschuldig. Sein "Herrchen" handelte aber zumindest fahrlässig, im Gegensatz zu anderen etwa Bauern, die ihren Hund anleinen, wenn Besucher kommen (und der Briefträger kam auch fast immer zur üblichen Zeit).

Solche Unfälle seien glücklicherweise äußerst selten, sagte etwa (in der Stuttgarter Zeitung vom 31. 5. 2017) auch Martin Pechmann, ein Hundesachverständiger des Stuttgarter Tierschutzvereins, und sie könnten bei allen Rassen vorkommen - vom Dackel bis zur Deutschen Dogge.

Ja, das sind Einzelfälle. Wie dort auch zu lesen ist: In Deutschland starben 2015 exakt fünf Menschen daran, 2014 betrug die Zahl vier und 2013 verzeichnete das Statistische Bundesamt drei Fälle. Aber wie gesagt: Jeder davon ist einer zuviel! Auch etwa der, über den "Brisant" (ARD) berichtete (am 31.5. 2017), wozu sich auch Herr Pechmann geäußert hatte:

Frau von Hund zerfleischt und totgebissen

Schreckliche Szenen haben sich am Dienstagabend bei Stetten am kalten Markt in Baden-Württemberg abgespielt. Ein Hund fiel eine Frau an und zerfleischte sie.

Gegen seine Besitzerin wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Sicher, es kommt auf den Einzelfall an, auf Art und Größe des Hundes und Vieles mehr.

Aber im Zweifel lieber einmal mehr als zu wenig anleinen, auf Nummer Sicherheit gehen!

Denn es gibt ja auch sehr viele unzählige "nur" (teilweise aber auch schwer) verletzte, über die meistens auch kaum berichtet wird, und immerhin ja auch einige getötete Menschen. Und erschreckend viele auch große Hunde, die unangeleint auf Spielplätzen auf sogar Kleinkinder zurasen, was auch schon schlimm genug und auch unfassbar dumm ist. Zumal o. g. Fälle eben auch irgendwann jeden Menschen betreffen können. Und so ein Verhalten letztlich ja auch der absoluten Mehrzahl vernünftiger Hunde und deren Besitzer schadet.

Dass es aber auch viele einfach "nur" schlecht erzogene Hunde gibt, die so eine Gefahr darstellen, wird auch unzählige Male unter anderem im Internet und anderen Medien berichtet, die so (nicht genug angeleint) für andere Lebewesen bedrohlich werden können. Eine sogenannte Gefährdungshaftung eines Tierhalters ergibt sich dafür auch aus § 833 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) und aus der spezifischen Tiergefahr, die der Gesetzgeber annimmt. Danach ist ein Tier grundsätzlich unberechenbar und damit eine Gefahr für andere. Ein Tier ist demnach kein vernünftiges Wesen. Darüber kann man wohl teilweise diskutieren, aber :

Nochmals: Hunde sind wundervolle Tiere. Darüber kann man (gerade auch heute, am "Tag des Hundes") viele Bücher, Berichte schreiben.

Aber bitte auch mit gebotener Vorsicht damit umgehen, denn dafür sind ja auch wir Menschen verantwortlich - auch im Interesse unserer Mitmenschen - und Tiere!

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