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Warum ein suboptimaler Karrierestart manchmal der bessere Start ist

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CAREER
Thomas Barwick via Getty Images
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Als ich meine Karriere begann (die ich damals bestimmt nicht ÔÇ×Karriere" genannt h├Ątte) war ich zuerst ein Hauptsch├╝ler ohne besondere Ambitionen und danach ein Handwerker ohne besondere Ambitionen. Mag ja sein, dass erfolgreiche Menschen normalerweise schon sehr fr├╝h damit anfangen ihren Weg zu gehen, ich tat es lange nicht.

Es dauerte schlie├člich noch viele Jahre, bis ich doch noch auf die Idee kam, mehr aus meinem Leben zu machen. Nun hatte ich aber gleich zwei Probleme: Ich hatte nicht nur schlechte Startbedingungen, ich war auch verdammt sp├Ąt dran.

Im R├╝ckblick sehe ich meine Ausgangssituation aber eher als Vorteil. Die klassischen Wege schienen verbaut. Mit 30 Abitur nachmachen und anschlie├čend noch studieren? Eher nicht, ich w├Ąre gef├╝hlt gerade rechtzeitig zur Rente fertig geworden. Also suchte ich mir andere Wege, sehr kreative und unkonventionelle Wege.

Diese Vorgehensweisen waren zun├Ąchst nicht wirklich frei gew├Ąhlt, es gab schlicht keine andere M├Âglichkeit, au├čer der, kreativ zu werden. Aber mit ein bisschen Bauernschl├Ąue und ein bisschen Gl├╝ck ergaben sich nach und nach die ersten Chancen karrieretechnisch vorw├Ąrts zu kommen.

Eine bekannte asiatische Weisheit lautet: ÔÇ×Wenn der Sch├╝ler bereit ist, dann erscheint der Meister" und tats├Ąchlich erschienen nach und nach die ÔÇ×Meister" von denen ich sehr schnell lernte, wie der Hase wirklich l├Ąuft. (Erscheinen trifft es hier vielleicht nicht so ganz, manche musste ich auch ganz sch├Ân nerven, bevor sie bereit waren, mit mir zu arbeiten)

Von den Besten zu lernen beschleunigte mein Vorankommen ungemein und glich relativ schnell meine Versp├Ątung wieder aus. Heute bin ich gl├╝cklich und sehr erfolgreich in dem was ich tue. Im R├╝ckblick bin ich stolz auf mein Underdog-Image, die unkonventionellen Strategien und die verdrehten Wege, die ich gefunden habe und die ich gegangen bin.

Sch├Ân und gut, aber was hat das alles mit dir zu tun?

Einige der hellsten K├Âpfe der Menschheit waren und sind Quereinsteiger oder sind zumindest aus schwierigen Verh├Ąltnissen gestartet. Michael Faraday war Sohn eines Schmieds und erlernte zun├Ąchst die Buchbinderei, bevor er beschloss sich weiter zu entwickeln. Abraham Lincoln war Farmer, Kaufmannsgehilfe, Landvermesser und Posthalter, bevor er schlie├člich zu einem der bedeutendsten Pr├Ąsidenten der Vereinigten Staaten wurde.

Buckminster Fuller wollte nach einem Bankrott und dem Tod seines Kindes Selbstmord begehen, aber er besann sich eines Besseren. Er beschloss: ÔÇ×Sein weiteres Leben als Experiment zu verstehen: Er wollte feststellen, was eine einzelne Person dazu beitragen kann, die Welt zum Nutzen der Menschheit zu ver├Ąndern" und wurde einer der genialsten Universal-Wissenschaftler seiner Zeit.

Das Internet ist voll von Geschichten ├╝ber Underdogs, die es schlie├člich doch noch in Angriff genommen haben, ihr Potential zu entwickeln und ein Leben im Lichte ihrer vollen M├Âglichkeiten zu leben. Von den Karrieren der heutzutage eher bekannten Pers├Ânlichkeiten, wie Bill Gates oder Steve Jobs, will ich erst gar nicht anfangen. Wie viel ├Ąrmer w├Ąre die Welt, wenn sie alle einfach aufgegeben h├Ątten?

Was ist nun die Kernaussage dabei?

Ganz egal, wo du gerade stehst, oder wie alt du bist. Egal, was du bisher gemacht hast oder wie suboptimal deine Karriere bisher gelaufen ist, du hast noch viele M├Âglichkeiten. Es gibt immer neue Wege und Strategien.

Fehler, R├╝ckschl├Ąge und miese Startbedingungen k├Ânnen als Erfahrungen zu St├Ąrken werden. Ich k├Ânnte heute keine Vortr├Ąge ├╝ber unkonventionelle Strategien halten, wenn ich eine klassische, geradlinige Karriere gemacht h├Ątte. Ich wei├č, dass es dort drau├čen noch unglaublich viel Potential gibt. Ich habe ein vor einiger Zeit ein Potenzialanalysesystem mitentwickelt und habe dabei so viele brillante K├Âpfe kennen gelernt.

Ich bin fest davon ├╝berzeugt, dass wir als Gemeinschaft deutlich weiter sein k├Ânnten, wenn jeder bereit w├Ąre anzutreten und der Welt zu geben, was er bisher an Erfahrungen und an Potential zur├╝ck h├Ąlt. In diesem Sinne: Trau dich und fang an - Du hast etwas zu bieten, das die Welt braucht

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