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Das Ergebnis der Berlinwahl: Die Parteien müssen endlich reagieren

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WOLFGANG BOSBACH
dpa
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Und wieder einmal sehen die Wählerinnen und Wähler mit großer Spannung dem Wahlausgang entgegen - und keineswegs nur diejenigen, die sich an der Wahl - genauer gesagt an den Wahlen - in Berlin beteiligt haben. Nein, ganz Deutschland wird das Wahlergebnis nicht nur aufmerksam registrieren, sondern auch kommentieren, analysieren, ja geradezu filetieren.

In Mecklenburg-Vorpommern war es der Umstand, dass die Kanzlerin dort ihre politische Heimat und ihren Bundestagswahlkreis hat, der für eine besondere Beachtung des Wahlergebnisses gesorgt hat.

Aber wenn in der Hauptstadt gewählt wird - und dort etwa doppelt so viele Wahlberechtigte sind wie im Nordosten der Republik - wird die Aufmerksamkeit des Publikums mindestens so groß sein.

Mehr zum Thema: Wer diktiert, verliert: Den Berlinern stinkt der rot-schwarze Egoismus

Natürlich entscheidet das Ergebnis unmittelbar „nur" über die politische Zukunft von Berlin, aber es ist auch ein Stimmungstest mit bundespolitischer Bedeutung - schließlich sind in ziemlich genau einem Jahr die Wahlen zum 18. Deutschen Bundestag und deshalb wird jede(r) fragen: Was bedeutet das Berliner Ergebnis für den Bund? Welche politischen Themen waren entscheidend?

Wie haben sich die Wählerwanderungen vollzogen? Und: Was bedeutet das alles für den Wahlausgang auf Bundesebene im September 2017?

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Wir Politiker glauben oft - zu oft - wir könnten die Themen „setzen", die politische Tagesordnung ganz alleine aufstellen. Wer so denkt läuft Gefahr, Politik an den Bürgerinnen und Bürgern vorbei zu machen. Sie sind es, die Antworten auf ihre Fragen wollen.

Sie erwarten zu Recht, dass die Politik ihre Erwartungen, Hoffnungen, aber auch Sorgen und Ängste ernst nimmt.

Es sind die Bürgerinnen und Bürger, die mit ihren Anliegen die politische Tagesordnung bestimmen und wenn die Parteien glauben, darauf nicht reagieren zu müssen, wird die Enttäuschung am Wahlabend groß sein.

Der bekannte Fußballphilosoph Adi Preißler hat einmal gesagt: „Grau is alle Theorie - entscheidend is auf'm Platz." In der Politik gilt: „Entscheidend is in der Wahlurne".

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