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Zwei Jahre Transformation@HuffPo - Danke an das Team!

10/10/2015 14:37 CEST | Aktualisiert 10/10/2016 11:12 CEST
Thinkstock

Es freut mich, dass ich als Huffington-Post-Autor zum Zweijährigen ein ehrliches Lob an das Team richten darf, verbunden allerdings aber auch mit einer Aufforderung für die Zukunft ... Aber erst einmal etwas Grundsätzliches ...

Medien für die Transformation

Warum ist die Huffington Post so wichtig? Mehr denn je braucht Deutschland offene "Netzwerk-Medien" als Plattformen, um die multidimensionale Transformation unseres Landes und die Vielfalt und die Komplexität der Herausforderungen zu meistern. Ob Flüchtlingschance oder Digitalisierung - Medien werden als Plattformen eine Schlüsselrolle dabei spielen, in welche Richtung sich dieses Land entwickelt.

Wenn man sich Zukunftsszenarien anschaut (z.B. hier), dann ist alles möglich zwischen paradiesischen Utopien ("Wonderful World" in der Studie) und apokalyptischen Dystopien (z.B. Ego-Gesellschaft). Die Wahrheit in der Mitte wird davon abhängen, wie wir gemeinsame Problem lösen oder uns als Problem lösen.

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Bild 1: Ikonifizierte Zukunftsszenarien zwischen Utopie und Dystopie

Offene Netzwerk-Medien für eine neue Zeit

In dieser besonderen Zeit bedarf es dafür besonderer Lösungen! Die Offenheit der Medien und ihre eigene Transformation in Richtung Netzwerk-Ökonomie sind erfolgsentscheidend. Der "Diskurs" sollte sich in Zukunft nicht mehr im 1.0-Paradigma unidirektional zwischen Sendern und Empfängern (Volksempfänger) abspielen und auch nicht im "realen" 2.0-Paradigma zwischen Sendern und Kommentierenden.

"Lügenpresse" und "Shitstorms" sind wohl die prägnantesten Begriffe für die Entfremdung in der schönen neuen Welt, woran auch Facebook & Co und die Illusion eines sozialen Webs nichts geändert haben. Die Entzweiung wird sogar noch verstärkt, wenn auf der einen Seite von den Wenigen ex cathedra verkündet wird und die Vielen sich im Sozialen im Wesentlichen auf Likes, "lol", Zwei-Zeilen-Reflexionen oder seitenlanges Schlammschmeißen beschränken.

Da helfen auch keine einseitigen Schuldzuweisungen, wir haben für eine komplexe Gesellschaft eine noch unzureichende Medienlandschaft.

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Bild 2: Alte und neuen Medien-Paradigmen vereinfacht dargestellt

Die Huffington Post als Pionier der offenen Netzwerk-Medien

So wie eine soziale Marktwirtschaft von einer breiten Mitte profitiert hat, braucht vielleicht auch eine wirklich "soziale" Gesellschaft eine breite Mitte, die den Diskurs in den Medien trägt, wobei sich Mitte hier nicht nach gesellschaftlichem Status ausrichtet, sondern eher Mitte als Mittler zwischen "Leitmedien" und "Nicht-Medialen" bzw. Rest-Gesellschaft zu verstehen ist.

Natürlich sind Blogger-Inseln als Sendestationen dafür ein Ansatz. Ein Aggregator oder - in Zukunft - vielleicht sogar verstärkt Kurator und Moderator wie die Huffington Post könnte aber darüber hinausgehen. Die vielen - auch kontroversen - Stimmen zusammenzuführen und durch thematische Kontexte aus dem Nebeneinander ein Miteinander zu schaffen - das wäre ein wesentlicher Garant für unsere Zukunftsfähigkeit. Dass das Modell der Huffington Post jetzt so oft kopiert wird, z.B. von anderen "sozialen" Medien, ist der beste Beleg für die Richtigkeit des Ansatzes!

Dann wäre die Huffington Post eine wirklich kollaborative Plattform und das ideale Instrument für die Transformation.

Schöner Erfolg der Huffington Post Deutschland, z.B. im Bereich B2B

Der Konjunktiv klingt so hart, weil er betont, dass das Bisherige noch nicht dem finalen Anspruch genügt. So soll es nicht verstanden werden. Dem Ideal als Fixpunkt nähert man sich sukzessiv an, ohne dass man den Fixpunkt je final erreicht.

Schon jetzt hat die Huffington Post Deutschland aber Großes geschafft, insbesondere in einem unerwarteten Bereich: der Business-Transformation. Als der Autor dieses Beitrags als einer der ersten auf der Huffington Post umfassend begann, über die notwendigen Transformation im Business zu schreiben und die Leser vielleicht anfangs mit Begriffen wie Industrie 4.0, Digitale Transformation, Digitales Marketing oder 3D-Druck überraschte, da war nicht klar, ob die Huffington Post als Kontext für diese Themen akzeptiert werden würde.

Mittlerweile sind viele und vor allem viele prominentere Autoren aus dem B2B-Bereich Teil der Huffington-Post-Familie und es wurden ganz wesentliche Beiträge zur Diskussion hier veröffentlicht.

Bild 3: Industrie 4.0 am Anfang - als die Hoffnung groß war!

Mich hat es z.B. gefreut, dass eine "paradoxe Intervention zur Industrie 4.0", meine fiktive Grabrede, auf eine so umfangreiche Resonanz gestoßen ist.

Natürlich möchte ich nicht morbide den Misserfolg des Projekts, ganz im Gegenteil. Zusammen mit anderen Autoren, die auch auf der Huffington Post veröffentlicht haben, wollen wir den Erfolg des Projektes und jede Kritik und jede Nachrede ist eigentlich nur ein Aufruf, es besser zu machen. Hier hat die Huffington-Post Deutschland in den letzten zwei Jahren eine Bühne geschaffen, damit die Mitte ein Gehör findet.

Grundlage des Erfolgs: Ein tolles Team

Eine wesentliche Grundlage für diesen Erfolg ist sicherlich das tolle und sehr offene Team der Huffington Post.

Nicht nur Tobias (Böhnke), der Kopf des Blogger-Teams, sondern auch Cherno Jobatey und alle anderen Mitstreiter stehen für eine Kultur wie sie für eine kollaborative Netzwerk-Organisation nicht besser sein könnte. Da macht es sogar Spaß, gemeinsam die #cnight ("Party mit Kanzlerin") zu erleben und nicht nur über die Huffington Post zu sprechen.

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Bild 4: Team Huffington Post, einschließlich Peter Tauber (Quelle Cihan Süğür)

Ein Wunsch zum Schluss

Die Huffington Post kann aber mehr sein als ein Forum, ein Aggregator für die Blogger der breiten Mitte. Als Kurator und Inspirator wäre der Einfluss auf die Transformation sicherlich noch deutlich größer.

Deutschland beim #NextAct zu begleiten, dies gemeinsam mit der Huffington Post zu tun, wäre sicherlich eine spannende Option für uns (als Competence Site). Tobias Böhnke ist auf jeden Fall schon einmal dabei beim Familientreffen der Transformatoren.

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