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HR und Digitalisierung - warum wir Transparenz und Transformation für die Branche brauchen!

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DIGITAL HR
NicoElNino via Getty Images
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In diesem Beitrag wird für das Personalmanagement empfohlen, vor den Blütenträumen die Hausaufgaben zu erledigen, also Maslow unten zu starten. Erst die Digitalisierung der eigenen HR schafft Freiheiten für ein Engagement als Transformator. Hier gilt es für die Branche die notwendige Transparenz und dann auch ihre Transformation zu unterstützen. Damit gelingt dann vielleicht auch New Work @ Scale, weil HR sich dann entscheidend mit einbringen kann.

Alles nur noch New Work oder was?

Lohn & Gehalt ist irgendwie unsexy. Diesen Eindruck hat man zunehmend, obwohl Entgelt gerade jetzt ein AAA-Thema ist. Alle Welt schwärmt nur von Digitalisierung, New Work & Co. Natürlich ist das auch irgendwie cooler als Lohn & Gehalt. Dabei wird allerdings etwas Entscheidendes vergessen: Wenn die Pflicht nicht erledigt ist, dann wird es mit der Kür schwierig.

Man muss kein herber Kritiker der HR-Hypes sein wie Thomas Eggert, um das so zu sehen. Und außerdem kann HR für sich nur schwer eine gewichtige Rolle im Rahmen der Transformation beanspruchen, wenn die eigenen Hausaufgaben noch nicht erledigt wurden. Daher: HR braucht Digital HR.

Und raten Sie einmal, welche Aufgabe der HR bei der Digitalisierung ganz vorne liegt?

Es ist nicht Collaboration, nicht einmal Talent Management. Es ist Lohn & Gehalt, denn die klugen Unternehmen haben im Sinne Maslows, Googles und Erwin Sticklings (s. Video zur Stickling-Runde zur Zukunft der HR auf dem NextAct-Event) erkannt:


Erst kommt das Fressen bzw. Lohn & Gehalt und dann die Moral bzw. Kultur, New Work, Digital, Talent Management, ...


Video 1: Erwin Stickling und die Stickling-Runde zur Zukunft von HR



Wer es nicht glaubt, sollte einfach einmal im eigenen Unternehmen, die Gehaltszahlungen um eine Woche verzögern ;-) Plötzlich ist alles Digitale voll egal!


Benchmarking versus Schwarmintelligenz zu Digital HR

"Was tun?" fragt Lenin zurecht in diesem Zusammenhang. Früher hätte man gerufen: Benchmark. Aber Benchmark ist jetzt böse ;-) Sagen Marc Wagner und Heinrich Arnold und Recht haben sie: Äpfel mit Birnen vergleichen und Unternehmen scheinbare Standard-Muster aufzupressen, hat viel zu oft in die Irre geführt. Was geht, ist Schwarm-Intelligenz und Crowd Sourcing ;-).

Im Ernst: Nicht nur, weil das neue hippe Bezeichnungen sind, sondern weil es auch der bescheidenere Anspruch ist, ist das eine difference that makes a difference (Ich entschuldige mich bei Altphilologen). Mit anderen Worten: Befragen wir doch die Crowd dazu, was im Durchschnitt im Rahmen der Digitalisierung des Personalmanagements wichtig ist und wo es noch hakt. Dann können wir immer noch überlegen, was das im Einzelfall für uns bedeutet.

Und in der Tat, man erfährt Erstaunliches. Die Zukunftsinitiative Personal (ZIP) befragt aktuell die Branche und - auch wenn die Befragung eher die führenden Unternehmen erreicht - sind die ersten Ergebnisse wirklich erstaunlich. HR genießt manchmal - so hat man den Eindruck - die Selbstanklage und alle Hoffnung gilt dem CDO als Heilsgestalt.

Bei den jetzigen ersten Zwischenergebnissen wird man sehen, dass dem nicht so ist. Sie können auch noch mehr staunen, wenn sie selbst an der Umfrage teilnehmen ;-) und am Schluss Ihre Werte im ersten Vergleich mit den bisherigen Teilnehmern sehen. Auch manche andere Mythen werden zerstört. Mehr sei hier nicht verraten. Wer aber fleißig ist und sich 10 Minuten durchklickt, wird hier vielleicht mehrfach überrascht sein.

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Bild 1: Digital HR Umfrage der Zukunftsinitiative Personal, s. hier.


Transparenz reicht nicht - Transformation!

So schön es ist, ein wenig mehr an Transparenz zu schaffen, muss man selbstkritisch feststellen: Gute Studien gab es bereits von Kienbaum, Promerit, SAP, Haufe ... Von der Transparenz für die Branche sollten wir den Schritt zur Transformation gehen. Da, wo noch besonderer Bedarf besteht (heute geringer Wert, morgen hoher Wert z.B.), sollte man Plattformen anstreben oder existierende Plattformen nutzen, damit man nicht in Selbstdiagnose verharrt, sondern auch den nächsten Schritt gehen kann.

Hier ist dann in der Tat Kollaboration angesagt, wobei Kollaboration intern wie auch unternehmens-übergreifend Sinn macht. So haben sich im Rahmen der WOL-Bewegung auch im HR-Kontext schon Zirkel gebildet, um Transformation in Unternehmen zu begleiten.

IHK und Transformation - geht gar nicht! Geht doch!

Neben solchen dezentralen Graswurzel-Bewegungen können auch Netzwerke wie die Zukunftsinitiative Personal als Plattform für die Branche dienen, z.B. in Kooperation mit den regionalen IHK. IHK und digitale Transformation (oder New Work ...) geht gar nicht, werden jetzt viele rufen. Auch das ist wieder ein Vorurteil. In Köln "regiert" mit Ulf Reichardt z.B. ein sehr innovationsfreudiger Hauptgeschäftsführer die IHK.

Er hat mit Digital Cologne eine Plattform für die Digitalisierung über die Region hinaus geschaffen, und so war es nicht erstaunlich, dass die IHK Köln und die ZiP zusammen auch das erste DigitalHR-Event in der Kölner Region realisierten. Die IHK Köln ist aber sogar so innovativ, dass man nun als nächstes auch das Thema New Work angeht.


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Bild 2: New Work und IHK geht gar nicht? Geht doch!


Von der Befragungs-Community zum Kompetenz-Netzwerk ...

Und auch die ZiP entwickelt sich weiter, um als Plattform die Branche besser zu unterstützen. Was mal als Experten-Kreis begann, wird zunehmend zum Kompetenz-Netzwerk, das Köpfe aus den unterschiedlichsten Segmenten zusammenbringt. Mehr dazu erfährt man bei der ZiP selber, deren Sprecher übrigens der Autor dieses Beitrags ist, um ganz offen zu sein ;-).

Wenn Sie dennoch an der ZiP interessiert sind, finden Sie einen ersten Einstieg unter: http://zukunftsinitiative-personal.de/. Wer bisher noch nicht auf die Befragung geklickt hat, kann das jetzt am Ende tun: hr-digitalisierungsindex.de

PS: Übrigens, wer an der Umfrage teilnimmt sich bei uns registriert, dem schenke ich - bei Interesse - das Buch zu DigitalHR. Das gilt nur solange der Vorrat noch reicht (<20).
Email an: w.felser@netskill.de

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Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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